Die Papiere der SoftBank Group gerieten am jüngsten Handelstag unter Druck und verloren 4,1 Prozent auf 35,28 Euro. Auslöser für die Verkäufe ist eine massive Schuldenaufnahme: Der japanische Technologiekonzern begibt unbesicherte Hochzinsanleihen im Volumen von 10 Milliarden US-Dollar sowie einer Milliarde Euro. Die Erlöse dienen primär dazu, die milliardenschwere Beteiligung am KI-Entwickler OpenAI zu finanzieren.
Zehn Milliarden Dollar für OpenAI-Tranche
Wie die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters berichten, teilt sich die Emission in mehrere Tranchen auf. Die US-Dollar-Anleihen umfassen Laufzeiten von dreieinhalb, fünfeinhalb und siebeneinhalb Jahren. Die Euro-Papiere sind mit Laufzeiten von vier sowie sechs Jahren ausgestattet.
Der Großteil der frischen Mittel ist bereits fest verplant. Mit den Einnahmen soll die dritte Tranche der Investition in OpenAI über 10 Milliarden US-Dollar finanziert werden, deren Vollzug für den 1. Oktober avisiert ist. Verbleibende Beträge fließen in allgemeine Unternehmenszwecke. Für Anleger verdeutlicht der Schritt jedoch den enormen Kapitalbedarf, den SoftBanks Fokussierung auf generative künstliche Intelligenz nach sich zieht.
Schuldenberg und steigende Risikoprämien
Die Platzierung der Hochzinsanleihen folgt auf eine Reihe weiterer Finanzierungsmaßnahmen des Konzerns. Vor rund zwei Wochen sondierten Führungskräfte um Finanzchef Yoshimitsu Goto bei Investorenkonferenzen das Interesse am US-Markt.
Zudem erhöhte SoftBank vor gut einer Woche ein durch Aktien der Tochtergesellschaft Arm Holdings besichertes Margin-Darlehen um 5 Milliarden auf insgesamt 25 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen eine Aufstockung einer bestehenden Kreditlinie auf 6,5 Milliarden US-Dollar.
Am Anleihemarkt sorgte der aggressive Finanzierungskurs zuletzt für wachsende Nervosität. Die Absicherungskosten gegen einen Zahlungsausfall kletterten am 16. September auf den höchsten Stand seit 2023, wobei fünfjährige Kreditausfall-Swaps (CDS) rund 384,6 Basispunkte erreichten.
Händler preisen damit die Risiken rund um das Engagement bei OpenAI verstärkt ein, zumal OpenAI-Chef Sam Altman jüngst bekräftigte, dass ein Börsengang seines Unternehmens nicht vor 2027 ansteht.
Zurückhaltende Analystenstimmen
Auch die Experten betrachten das Chancen-Risiko-Profil mit Vorsicht. Die US-Bank Morgan Stanley bestätigte am 11. September ihre Einstufung für die SoftBank-Aktie mit „Hold“. Trotz der jüngsten Kursverluste steht auf Monatssicht noch ein Kursgewinn von 24 Prozent zu Buche. Ob der Konzern diesen Aufwärtstrend fortsetzen kann, dürfte maßgeblich vom weiteren Verlauf der Transaktionen rund um das OpenAI-Portfolio abhängen.
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