Die Aktie der SoftBank Group ist am Freitag im Sog wachsender Branchensorgen um 4,1 Prozent auf 35,28 Euro gefallen. Am Markt setzte sich damit die Verkaufswelle fort, die zu Wochenbeginn durch Aussagen aus dem Umfeld des Partners OpenAI ausgelöst worden war. OpenAI-Chef Sam Altman hatte erklärt, dass das Unternehmen in diesem Jahr nicht an die Börse gehen wird.

Medienberichten zufolge wird ein Börsengang frühestens für das Jahr 2027 erwartet. Zeitgleich riefen führende Branchenvertreter, darunter auch Anthropic-Chef Dario Amodei, dazu auf, das Tempo bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz aus Sicherheitsgründen zu drosseln.

Die Äußerungen trafen Technologie- und Halbleiterwerte empfindlich. Für die japanische Beteiligungsgesellschaft wiegt die Verzögerung schwer, da das Unternehmen eine massive finanzielle Verflechtung mit OpenAI eingegangen ist.

SoftBank steht kurz davor, bis Oktober fast 65 Milliarden US-Dollar in den Entwickler zu investieren. Damit würde der Konzern zum 1. Oktober 2026 einen Anteil von rund 13 Prozent an OpenAI halten. Berichten zufolge stockte die Gruppe ihre ursprüngliche Zielmarke von 10 Milliarden Dollar um weitere 1,87 Milliarden Dollar auf.

Steigende Absicherungskosten und frische Kreditlinien

Die Nervosität der Marktteilnehmer spiegelte sich auch am Kreditmarkt wider. Laut Bloomberg kletterten die Kreditausfallversicherungen von SoftBank am Mittwoch auf den höchsten Stand seit 2023. Die fünfjährigen Credit Default Swaps wurden bei rund 384,6 Basispunkten gehandelt, während Händler die Risiken rund um das Engagement bei OpenAI neu bewerteten.

Parallel dazu reagierte das Management auf der Finanzierungsseite. Wie Bloomberg am Freitag berichtete, sicherte sich SoftBank zusätzliche 450 Millionen US-Dollar, um eine bestehende revolvierende Kreditfazilität auf 6,5 Milliarden US-Dollar aufzustocken.

Die vorherige Linie über 6,05 Milliarden Dollar wäre in diesem Monat ausgelaufen; der Konzern hat nun ein weiteres Jahr Zeit, um die erweiterte Summe in Anspruch zu nehmen. Zudem stockte das Unternehmen seinen durch Aktien der Chip-Tochter Arm Holdings besicherten Margin-Kredit um 5 Milliarden Dollar auf insgesamt 25 Milliarden Dollar auf.

Blick auf die kommenden Wochen

Der jüngste Kursrückgang dämpft die Dynamik des Beteiligungsriesen spürbar. Anleger wägen nun ab, wie der Konzern die milliardenschweren Verpflichtungen im KI-Sektor ohne zeitnahe Börsengänge seiner wichtigsten Beteiligungen monetarisieren will. Klarheit über die operative Entwicklung und die Bewertung der Portfoliounternehmen erwarten Investoren am 10. November 2026, wenn SoftBank seine Quartalszahlen vorlegt.