Ein Bericht über die Umsatzzahlen von OpenAI setzt SoftBank unter Druck. Der Konzern hat seine Strategie weitgehend auf den KI-Pionier ausgerichtet und finanziert diese Wette teils mit teurem Fremdkapital. Am Freitag verlor die Aktie in Tokio gut fünf Prozent auf 5.728 Yen.
Der Auslöser: eine Lücke von 20 Milliarden Dollar
Die Financial Times berichtete, OpenAIs annualisierter Umsatz habe Ende September bei rund 50 Milliarden Dollar gelegen. Dem Markt waren zuvor 70 Milliarden Dollar kommuniziert worden. Die Differenz liegt demnach in der Bilanzierung: OpenAI und der Rivale Anthropic verbuchen Erlöse, die über Cloud-Partner laufen, unterschiedlich.
Die Zahl nährt Zweifel daran, wie schnell sich KI zu Geld machen lässt. Zudem stellt sie die Glaubwürdigkeit früherer Wachstumsprognosen infrage.
Warum SoftBank besonders exponiert ist
SoftBank hält nach einer Zusage von 64,6 Milliarden Dollar rund 13 Prozent an OpenAI. Einen Teil davon finanzierte der Konzern über eine Hochzinsanleihe von 11,1 Milliarden Dollar. Die Kapitalkosten liegen bei etwa 9 bis 10 Prozent pro Jahr.
Investoren fragen sich nun, ob die Rendite der Beteiligung diese Last rechtfertigt. In den Kreditmärkten war die Sorge bereits sichtbar: Die Kreditausfallversicherungen auf SoftBank-Schulden waren in den vergangenen Wochen auf Mehrjahreshochs geklettert.
Schwaches Umfeld für KI-Werte
Die Aktie stand nicht allein. An der Wall Street verlor der Nasdaq Composite am Donnerstag 1,3 Prozent, Halbleiterwerte trugen die Hauptlast. In Tokio gaben Kioxia um 4 Prozent und Murata um 5,3 Prozent nach. Der Nikkei 225 fiel um rund 0,6 Prozent.
Auch außerhalb Japans zeigte sich die Skepsis gegenüber KI-Infrastruktur. Der von Nvidia unterstützte Rechenzentrumsbetreiber Firmus legte seinen geplanten Börsengang über etwa 5 Milliarden Dollar auf Eis und setzt auf private Finanzierung.
Hinzu kommt das Zinsumfeld. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei rund 5,23 Prozent, nach einem 24-Jahres-Hoch in dieser Woche. Das verteuert Finanzierungen für Unternehmen, die stark in KI investieren, und belastet Bewertungen von Wachstumsaktien. Brent-Öl über 103 Dollar je Barrel verstärkt die Inflationssorgen.
Für SoftBank hängt die Stimmung damit an zwei Größen: an belastbaren OpenAI-Zahlen und an der Entwicklung der Refinanzierungskosten. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 10. November.
SoftBank Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank Group-Analyse vom 9. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SoftBank Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

