Der Finanzdienstleister SBI Holdings hat am 21. Juli 2026 den ersten Fonds für tokenisierte Aktien in Japan auf der Solana-Blockchain gestartet. Dieser Schritt folgt auf die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Coinhako durch SBI und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Netzwerks für reale Vermögenswerte (Real World Assets, RWA). Während die institutionelle Infrastruktur ausgebaut wird, zeigt sich das Ökosystem auch bei der Bereitstellung von Liquidität und der technischen Weiterentwicklung des Netzwerks aktiv.
Tokenisierung und neue Kapitalzuflüsse
Das Volumen tokenisierter Vermögenswerte auf Solana erreichte im zweiten Quartal 2026 einen Rekordwert von 5,77 Milliarden USD, was einer Steigerung von 114 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Besonders dominant zeigt sich das Netzwerk im Bereich der tokenisierten Aktien, wo es über ein Jahr hinweg einen Marktanteil von rund 97 Prozent hielt. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist die Einführung von tokenisierten Intel-Aktien (INTC) durch Backpack Securities über das Sunrise-Protokoll, die einen Eins-zu-eins-Anspruch auf die zugrunde liegenden Wertpapiere verbriefen.
Parallel zur Expansion im Aktienbereich verzeichnet Solana erhebliche Zuflüsse an stabilen Währungen. Der Emittent Circle gab am 21. Juli weitere 250 Millionen USDC auf der Solana-Blockchain aus. Damit stieg das zirkulierende Angebot von USDC auf diesem Netzwerk auf über 15 Milliarden USD. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 wurden laut Medienberichten insgesamt mehr als 70 Milliarden USDC auf Solana emittiert, was die Rolle der Blockchain für den DeFi-Sektor und den Zahlungsverkehr stärkt. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer überschritt zuletzt die Marke von 100 Millionen.
Infrastruktur-Update für Validatoren
Auf technischer Ebene bereitet sich das Netzwerk auf das sogenannte Alpenglow-Upgrade vor. In dieser Woche wurde die Aktivierung der Validator Admission Ticket (VAT)-Regel (SIMD-0357) im Mainnet eingeleitet. Diese verpflichtet Validatoren zur Registrierung eines BLS-Public-Keys. Betreiber, die diese Registrierung versäumen, verlieren ihr Stimmrecht und die damit verbundenen Belohnungen. Das Upgrade zielt darauf ab, Einzelabstimmungen durch aggregierte Signaturen zu ersetzen, was die Finalität von Transaktionen auf 100 bis 150 Millisekunden beschleunigen soll.
Zusätzlich zur technischen Entwicklung bleibt die ETF-Landschaft ein zentrales Thema für Anleger. Morgan Stanley reichte im Juni 2026 einen Antrag für einen Solana-ETF mit einer Gebühr von 0,14 Prozent ein. Bereits im Oktober 2025 hatte die SEC Spot-Solana-ETFs grundsätzlich genehmigt, wobei Emittenten wie Bitwise oder Grayscale unterschiedliche Ansätze beim Staking verfolgen. Bitwise zielt mit seinem BSOL-Produkt auf Belohnungen von über 7 Prozent ab, während Grayscale eine Gebühr von 23 Prozent auf Staking-Erträge erhebt.
Herausforderungen durch Governance-Lücken und Kursmarken
Trotz der fundamentalen Fortschritte sieht sich das Ökosystem mit Sicherheitsrisiken konfrontiert. Die BonkDAO erlitt im Juli einen Verlust von rund 20 Millionen USD aus ihrer Schatzkammer. Ursache war ein bösartiger Governance-Vorschlag, der aufgrund einer geringen Beteiligung der Stimmberechtigten angenommen wurde. Als Reaktion darauf aktivierten andere Projekte wie die ENS DAO Sicherheitsräte mit Veto-Rechten, um ähnliche Angriffe durch ein zweitägiges Zeitfenster (Timelock) zu verhindern. Zudem wurde ein Exploit bei Allbridge Core gemeldet, bei dem rund 1,65 Millionen USD abgezogen wurden.
Am Kryptomarkt notiert Solana derzeit bei 78,09 USD. Das Asset liegt damit rund 6,71 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 73,18 USD. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Kurs jedoch ein Minus von 37,46 Prozent. Analysten beobachten aktuell die Widerstandszone um 80 USD, an der Solana in den vergangenen Tagen wiederholt scheiterte. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke wird als Voraussetzung für eine Erholung in Richtung der 90-Dollar-Zone angesehen, während die Unterstützung im Bereich von 74 bis 75 USD liegt.
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