Solana startet in den März mit einem Problem, das tiefer geht als ein schwacher Monatschart. Die On-Chain-Dynamik, die den Hype Ende 2025 getragen hat, ist deutlich abgekühlt – und damit auch ein zentraler Kurstreiber. Gleichzeitig gibt es einen Faktor, der überraschend stabil bleibt: das Interesse institutioneller Anleger über Spot-ETFs.
Memecoin-Motor stottert – DEX-Aktivität bricht ein
Der Kern der aktuellen Schwäche liegt laut den Daten im Solana-Ökosystem selbst. Das „Memecoin“-Geschäft, das Solana in der zweiten Hälfte 2025 viel Handelsaktivität und Aufmerksamkeit brachte, liefert derzeit deutlich weniger Schub.
Besonders sichtbar wird das beim DEX-Volumen: In der Woche bis zum 2. Februar lag das gesamte DEX-Handelsvolumen bei 118,2 Mrd. US-Dollar. Nur drei Wochen später (Woche bis 23. Februar) waren es noch 44,5 Mrd. US-Dollar – ein Rückgang um 62% (Dune-Daten). Innerhalb dieses Einbruchs kühlten wichtige Treiber ebenfalls stark ab: Pump.fun fiel von 61,4 auf 30,5 Mrd. US-Dollar, Meteora rutschte sogar um 83% auf nur noch 3,4 Mrd. US-Dollar.
Dazu passt das Bild aus dem Derivate-Markt: Sinkendes Open Interest und negative Funding Rates deuten auf eine eher defensive Positionierung hin. Gleichzeitig bestätigte ein fallender Spot-CVD kurzfristigen Verkaufsdruck.
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ETF-Zuflüsse halten dagegen
Ausgerechnet während sich On-Chain-Daten eintrüben, zeigen Solana-Spot-ETFs ein anderes Bild. Im Februar blieben die wöchentlichen Zuflüsse positiv – selbst während Bitcoin- und Ethereum-ETFs in Summe Abflüsse verzeichneten. In der Woche bis 20. Februar flossen 14,31 Mio. US-Dollar in SOL-ETFs, bis zum 26. Februar sprang der Wert auf 43,13 Mio. US-Dollar und markierte damit den höchsten Wochenzufluss des Monats.
Seit Auflegung sollen die kumulierten Zuflüsse mittlerweile über 900 Mio. US-Dollar liegen, zudem wurden im Februar mehr als zwölf Tage in Folge Nettozuflüsse gemeldet. Die Lesart dahinter: Institutionelle Anleger scheinen innerhalb des Sektors gezielt umzuschichten – und Solana trotz „Risk-off“-Stimmung nicht fallen zu lassen.
Alpenglow als möglicher Katalysator
Kann ein Upgrade den Schalter wieder umlegen? Ein möglicher Treiber ist „Alpenglow“ – eine große Überarbeitung des Konsens, die Finalität unter einer Sekunde ermöglichen soll und für das 1. Quartal 2026 im Mainnet angepeilt ist. Kommen dazu im März konkrete Details, könnte sich der Blick auf Solana verschieben: weg von der „Memecoin-Chain“, hin zu Infrastruktur, die für größere Anwendungsfälle attraktiver ist.
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Parallel arbeitet Solana an „Firedancer“, einem zusätzlichen Software-Client, der in Tests 1 Mio. Transaktionen pro Sekunde verarbeitet haben soll. Die Stoßrichtung ist klar: Stabilität und Leistung im großen Maßstab.
Der Kurs spiegelt die Unsicherheit: Mit aktuell 82,97 US-Dollar notiert SOL deutlich unter den längerfristigen Durchschnitten und liegt in den vergangenen 30 Tagen rund 29% im Minus.
Standard Chartered sieht zudem einen Narrativwechsel: Weg vom Memecoin-Image, hin zu Stablecoin-basierten Micropayments. Entsprechend senkte Analyst Geoffrey Kendrick sein SOL-Ziel für Ende 2026 auf 250 US-Dollar (zuvor 310), bleibt aber grundsätzlich positiv und verweist auf wachsendes Stablecoin-Transaktionsaufkommen auf Solana – inklusive Anwendungen wie x402, bei denen Kleinstzahlungen im Cent-Bereich im Fokus stehen.
In den nächsten Wochen dürfte sich die Lage vor allem an drei Punkten entscheiden: Stabilisiert sich die DEX-Aktivität, drehen On-Chain-Signale wie Holder-Verhalten wieder nach oben, und liefert Alpenglow im Laufe des 1. Quartals 2026 greifbare Fortschritte – oder bleibt der strukturelle Gegenwind bestimmend.
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