Ein Gewinnsprung von 40 Prozent hat die Erwartungen der Analysten klar übertroffen – und Sony traut sich für das laufende Geschäftsjahr gleich deutlich mehr zu. Vor der Veröffentlichung der Zahlen hatte die Aktie noch rund 8 Prozent im Minus seit Jahresbeginn gelegen. Nach dem Bericht drehte der Kurs ins Plus.
Der operative Gewinn im April-Juni-Quartal kletterte auf 476,5 Milliarden Yen, umgerechnet knapp 2,97 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur mit 361 Milliarden Yen gerechnet. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 2,84 Billionen Yen, der Nettogewinn wuchs um 32 Prozent auf 342,2 Milliarden Yen.
Bildsensoren und PlayStation als Motor
Größter Wachstumstreiber war das Geschäft mit Bildsensoren: Der operative Gewinn der Imaging-Sparte hat sich mehr als verdoppelt, getragen von starker Nachfrage nach Mobilbildsensoren, einem besseren Produktmix und günstigen Wechselkursen. Die Sparte Game & Network Services legte beim operativen Gewinn um 37 Prozent zu, unterstützt von US-Zollrückerstattungen und Währungseffekten. PlayStation zählte im Juni mit 125 Millionen monatlich aktiven Nutzern einen Rekordwert.
Rückenwind für die Spielesparte könnte auch der Launch von „Grand Theft Auto VI“ am 19. November bringen, während Konkurrent Xbox sein Geschäft zurückfährt. Zusätzlich steht mit „God of War Laufey“ im Februar ein weiterer hauseigener Titel für die PlayStation 5 an.
Vorsicht bei Chips für das zweite Halbjahr
Der Vorstand hob die Jahresprognose kräftig an: Das Ziel für den operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr klettert auf 1,72 Billionen Yen. Auch die Erwartungen für Umsatz und Nettogewinn wurden nach oben korrigiert. Die neue Prognose berücksichtigt allerdings noch nicht die Folgen des Erdbebens vom 28. Juli in der Region Kumamoto – die finanziellen Auswirkungen ließen sich nach Unternehmensangaben noch nicht beziffern.
Beim Halbleitergeschäft bleibt Sony vorsichtig. Die Nachfrage nach KI-Chips stützt das Geschäft zwar weiterhin kräftig, doch das Unternehmen warnte, dass die angespannte Lage am Speicherchipmarkt die Auslieferungen von High-End-Smartphones im zweiten Halbjahr belasten könnte. Für das laufende Quartal (Juli bis September) rechnen Analysten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 465 Milliarden Yen – nach dem kräftigen Auftaktquartal die nächste Bewährungsprobe für das Unternehmen.
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