Zwei Preisdaten in Folge, ein gemeinsamer Trend: Nach den Verbraucherpreisen hat sich am Mittwoch auch der Anstieg der US-Erzeugerpreise merklich verlangsamt. Für die Wall Street ist das ein willkommenes Signal in einer Woche, die zwischen Zinshoffnungen und Nahost-Spannungen hin- und herpendelt.

Der Dow Jones Industrial legte im frühen Handel um 0,4 Prozent zu, der marktbreite S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 7.569 Zähler. Damit bewegt sich der Index weiter in Rekordnähe.

Der Nasdaq 100 kam mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 29.608 Punkte kaum vom Fleck — Technologiewerte hatten ihre stärkste Bewegung bereits am Dienstag hinter sich.

Erleichterung nach der Inflationszahl

Ausgangspunkt der Rally war der Dienstag, als die Teuerung überraschend deutlich von 4,2 auf 3,5 Prozent fiel. Die schwächer als erwartete Inflationsrate nahm dem Markt die Sorge vor einer baldigen Zinserhöhung — zumindest vorübergehend.

Der Start in die Berichtssaison sorgte zusätzlich für Bewegung an der Einzelwertfront. Goldman Sachs legte nach überzeugenden Geschäftszahlen um rund neun Prozent zu, während IBM nach schwachen Quartalszahlen mehr als 25 Prozent verlor. Beide Ausschläge zeigen: Die Erwartungen für die Saison sind hoch, das Risiko für Enttäuschungen ebenfalls.

Nahost bleibt der Unsicherheitsfaktor

Trotz der freundlichen Preisdaten bleibt die Lage am Golf der Belastungsfaktor. Die USA und der Iran liefern sich weiter Drohungen und Vergeltungsschläge rund um die Straße von Hormus, was den Ölpreis zuletzt auf über 85 US-Dollar je Barrel trieb. Der Volatilitätsindex VIX pendelte zuletzt um die Marke von 17,4 — erhöht, aber noch kein Alarmsignal.

Im Protokoll der Juni-Sitzung äußerte sich die Fed vage: Ob es 2026 noch zu einer Zinserhöhung kommt, hänge von den kommenden Inflationsdaten ab. Der Markt taxiert die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte bei der Entscheidung Ende Juli aktuell auf etwa 25 Prozent — die nächsten Preisdaten dürften diese Einschätzung noch einmal verschieben.