Der Mai hatte eigentlich keinen guten Ruf — und hat ihn trotzdem widerlegt. Der S&P 500 schloss den Handelstag am Freitag bei 7.580,06 Punkten, ein Plus von 0,22 Prozent. Ein neues Allzeithoch, und der Monat endet damit versöhnlich.
Zwei Kräfte zogen den Markt nach oben. Einerseits verdichten sich die Hinweise auf eine Einigung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Präsident Trump kündigte eine „endgültige Entscheidung“ an, die Aufhebung der Seeblockade der Straße von Hormus steht im Raum. Evercore-ISI-Expertin Sarah Bianchi hält eine Einigung noch an diesem Wochenende für „mehr als wahrscheinlich“ — weil Trump kaum Interesse an einer Eskalation haben dürfte. Offen bleibt, ob er einem bereits ausgehandelten Rahmenabkommen tatsächlich zustimmt; der Iran wirft ihm vor, zentrale Vereinbarungen zu verzerren.
KI als eigentlicher Treiber
Andererseits bleibt der KI-Boom die beständigere Triebfeder. Dell legte nach einem außergewöhnlichen Quartalsbericht mit starken KI-Server-Umsätzen um 33 Prozent zu — der größte Tagesgewinn der Unternehmensgeschichte. Im Kielwasser kletterten IBM, Oracle und Salesforce um 8,5 bis fast 13 Prozent. Chips und Software profitierten gleichermaßen.
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Nicht alle Tech-Größen zogen mit. Amazon, Alphabet und Meta schlossen im Minus. Der Nasdaq 100 legte dennoch 0,36 Prozent zu und verbuchte im Mai insgesamt ein Plus von 10,5 Prozent — ein außergewöhnlich starkes Ergebnis für einen Monat, der börsenhistorisch als schwach gilt.
Gegenläufige Signale am Markt
Auf der anderen Seite des Tableaus litten Konsumtitel. Disney, Coca-Cola, Nike und Walmart bildeten im Dow die Schlusslichter. Gap brach nach einer gesenkten Quartalsprognose um mehr als 15 Prozent ein — ein Hinweis darauf, dass die Rally keineswegs die gesamte Breite des Marktes erfasst.
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Nomura-Stratege Charlie McElligott warnte zudem, dass ein Iran-Deal paradoxerweise zum Auslöser für Gewinnmitnahmen werden könnte. Die Rally seit Ende März wurde stark durch Hebelwetten und Optionen getrieben — eine Geopolitik-Entspannung könnte genau diese Positionen auflösen. Das bleibt ein Risiko, solange die Handelspositionen so konzentriert sind.
Der Dow schloss den Mai mit einem Plus von 2,9 Prozent. Die Wochenbilanz für den S&P 500 fällt moderater aus als bei den technologiegetriebenen Indizes — dafür aber auf Rekordbasis. Wie sich der Iran-Deal über das Wochenende entwickelt, dürfte den Ton für die erste Juniwoche setzen.
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