Der S&P 500 steigt weiter, und der Blick richtet sich bereits auf den 3. November. Dann stehen in den USA die Zwischenwahlen an. Ausgerechnet ein möglicher politischer Stillstand könnte für die Börse zum Vorteil werden.
Solider Mittwoch an der Wall Street
Der Leitindex legte zur Wochenmitte um 0,58 Prozent auf 7.757,17 Punkte zu. Die großen Indizes tendierten nach flachem Start schnell nach oben und hielten diesen Kurs bis Handelsschluss. Der Dow Jones gewann 0,69 Prozent, die Nasdaq sogar 1,05 Prozent.
Getragen wurde die Nasdaq von Technologiewerten. Gute Reaktionen auf Quartalszahlen von SpaceX, Tesla und Super Micro Computer sorgten für Rückenwind. Zusätzlich entlastete der Ölpreis: Meldungen über Fortschritte beim Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus drückten US-Rohöl der Sorte WTI leicht unter die Marke von 98 Dollar je Barrel.
Was die Geschichte über Midterms sagt
Experten erwarten, dass das Repräsentantenhaus an die Demokraten geht. Im Senat zeichnet sich ein enges Rennen ab. Ein geteilter Kongress gilt gemeinhin nicht als Kaufargument.
Die Statistik spricht dennoch dafür. Seit 1950 legte der S&P 500 in den zwölf Monaten nach den Midterms jedes Mal zu, im Schnitt um 14,8 Prozent. Das Kalenderjahr nach den Zwischenwahlen ist mit durchschnittlich 17,2 Prozent Plus sogar das stärkste im Präsidentschaftszyklus.
Der Grund liegt in der Berechenbarkeit. Ein geteilter Kongress macht radikale Gesetzesänderungen und neue Regulierungen unwahrscheinlicher, und genau das schätzen Anleger.
Rotation in defensive Werte
Unter der Oberfläche verschiebt sich derweil das Gefüge. Die Euphorie um künstliche Intelligenz zeigt erste Risse, und Investoren suchen stabilere Erträge. Der Gesundheitssektor im S&P 500 gewann allein am Dienstag rund 2,4 Prozent.
Der Bewertungsabschlag gegenüber dem Gesamtmarkt, vor einem Jahr noch rund 25 Prozent, ist verschwunden. Der Health-Care-Sector-ETF XLV kommt auf das 19,3-Fache des erwarteten Jahresgewinns und liegt damit leicht über dem breiten Markt. Goldman-Sachs-Analyst Asad Haider nennt als Gründe medizinische Innovationen, Zweifel an anderen Branchen und nachlassende politische Risiken.
Krankenversicherer wie UnitedHealth und Humana bleiben die Ausnahme. Sie kämpfen mit hohen Behandlungskosten und politischen Risiken.
Der nächste Termin ist gesetzt: Am 3. November entscheidet sich, ob die Midterms den historischen Rückenwind bestätigen oder die Unsicherheit zunächst verlängern.
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