Der S&P 500 hat den kompletten Zugewinn aus dem August wieder abgegeben. Auslöser ist die erneute Zuspitzung im Iran-Konflikt, die Ölpreis und Anleiherenditen gleichzeitig nach oben treibt. Für einen Index, der sich zuletzt auf Rekordkurs bewegte, ist das ein empfindlicher Dämpfer.

Am Montag verlor der marktbreite Index rund 0,3 Prozent und schloss bei 7.686,14 Punkten. Der Dow Jones gab deutlicher nach, um 0,7 Prozent auf 53.185,90 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 hielt sich mit einem minimalen Plus stabil — Tech-Werte fingen sich nach den Verlusten vom Wochenschluss.

Iran-Konflikt treibt Ölpreis über 90 Dollar

Über das Wochenende griffen US-Streitkräfte Ziele nahe der Straße von Hormus an, der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte. Erstmals seit rund einem Monat tauschten beide Seiten wieder direkte Angriffe aus. Die Folge: US-Rohöl kletterte über die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, was Ölwerte wie Chevron, ExxonMobil und Halliburton um bis zu drei Prozent nach oben trieb.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zog parallel auf ihren höchsten Stand seit Januar 2025 an. Steigende Energiepreise nähren die Sorge, dass sich die Inflation hartnäckiger hält als erhofft — ein Umstand, der die Fed unter Druck setzt. Am Geldmarkt wird inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50 Prozent für eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Monat eingepreist.

Die falkenhaften Töne von Fed-Chef Kevin Warsh vom Jackson-Hole-Treffen wirken zusätzlich nach. Seine Warnung, die Notenbank habe bei der Inflationsbekämpfung noch „Arbeit zu erledigen“, hat eine weitere Zinserhöhung wieder fest auf die Agenda gesetzt.

Einzelwerte unter Druck, Tesla als Ausnahme

Innerhalb des Index gab es deutliche Ausschläge nach unten. Die Versorger PG&E und Edison International brachen um 20 beziehungsweise mehr als 23 Prozent ein, nachdem ein kalifornischer Gesetzentwurf zur Waldbrandbekämpfung keine Haftungsentlastung für die Unternehmen vorsah. Eine Welle von Analysten-Herabstufungen folgte prompt.

Amazon verlor rund 2,5 Prozent, nachdem die US-Kartellbehörde gemeinsam mit 22 Bundesstaaten Klage wegen angeblich überhöhter Werbepreise eingereicht hatte. Gegen den Trend legte Tesla kräftig zu, mit einem Plus von 5,5 Prozent setzte die Aktie ihre jüngste Erholung fort.

Der Blick richtet sich nun auf den US-ISM-Einkaufsmanagerindex und den JOLTS-Bericht zu offenen Stellen, beide am Nachmittag erwartet. Beide Daten dürften mitentscheiden, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung tatsächlich nachlegt — und damit, wie viel Spielraum dem Index nach dem Rückschlag noch bleibt.