Der S&P 500 hält sich am Donnerstag bemerkenswert gut — trotz eines unruhigen Handelsumfelds. Nach einem schwachen Start kämpfte sich der Index wieder an seine Rekordmarke heran und notiert nahe 7.145 Punkten, nur einen Wimpernschlag von seinem jüngsten Allzeithoch entfernt.

Auslöser der anfänglichen Schwäche war schlichte Gewinnmitnahme. Die Rally vom Vortag hatte den Index auf ein neues Rekordhoch katapultiert — da liegt es nahe, dass einige Anleger erst einmal Kasse machen. Hinzu kommt die wieder wackelnde Waffenruhe im Nahost-Konflikt: Iran und USA zeigen keine Annäherung, eine zweite Gesprächsrunde ist nicht in Sicht, und Präsident Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit. Der Ölpreis zieht entsprechend wieder an und kratzt an der 97-Dollar-Marke beim Brent-Rohöl.

Software bremst, Chips ziehen

Im Technologiesektor — dem wohl wichtigsten Treiber des Index — herrscht Uneinigkeit. Software-Titel stehen unter erheblichem Druck: ServiceNow brach um rund 16 Prozent ein, nachdem das Unternehmen wegen des Konflikts ein verlangsamtes Umsatzwachstum prognostiziert hatte. Die Ausstrahlungseffekte auf andere Software-Giganten wie Microsoft, Oracle und Adobe waren spürbar.

Auf der Gegenseite glänzen Chipwerte. Texas Instruments schoss nach starken Quartalszahlen und einem optimistischen Jahresausblick um knapp 19 Prozent in die Höhe — ein klares Zeichen, dass der KI-getriebene Investitionsboom in Rechenzentren weiter an Fahrt gewinnt.

Großinvestoren setzen auf Stabilität

Interessant ist, was sich abseits des Tagesgeschäfts abspielt. Sowohl die Citigroup als auch BlackRock haben ihre Empfehlung für US-Aktien auf „Übergewichten“ angehoben. Die Citigroup sieht den S&P 500 bis Jahresende bei 7.700 Punkten und verweist auf die defensive Qualität amerikanischer Megacap-Unternehmen in Krisenzeiten. BlackRock wiederum hebt hervor, dass sich die Bewertungen im Technologiesektor trotz des Kurszuwächse normalisiert haben — der IT-Sektor werde 2026 ein Gewinnwachstum von rund 43 Prozent liefern.

Für den Gesamtmarkt bleibt die Lage damit ambivalent: Rekordstände auf der einen Seite, geopolitische Risiken und selektiver Druck durch die laufende Berichtssaison auf der anderen. Dass der S&P 500 in diesem Umfeld kaum nachgibt, spricht für eine gewisse Widerstandskraft — zumindest solange die Waffenruhe hält.