Die Demokraten haben beide Kongresskammern erobert, und die Wall Street reagiert mit Erleichterung. Der S&P 500 legte am Mittwoch um 1,58 Prozent auf 7.688,62 Punkte zu. Unter der Oberfläche lief jedoch eine deutliche Umschichtung zwischen einzelnen Branchen.
Gewinner und Verlierer im Index
Der Dow Jones sprang um 3,03 Prozent auf 53.356,12 Punkte und führte die Indizes an. Der Nasdaq 100 blieb mit einem Plus von 0,91 Prozent zurück. Halbleiteraktien gaben nach, weil Anleger eine stärkere Regulierung im KI-Sektor fürchten. Nvidia verlor 3,2 Prozent.
Apple, Microsoft und Amazon legten dagegen kräftig zu, mit Gewinnen von bis zu 6,7 Prozent. Apple und Microsoft erreichten Rekordhochs. Der iPhone-Konzern überholte damit Nvidia wieder als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen.
Solarwerte profitierten von der Erwartung einer wohlwollenderen Energiepolitik. First Solar stieg um 4,6 Prozent, Enphase Energy um 3,7 Prozent. Der Ölpreis gab im Gegenzug deutlich nach: US-Rohöl der Sorte WTI verlor 8,73 Prozent auf 87,70 Dollar je Barrel, weil die Sorge vor einer neuen Eskalation zwischen den USA und dem Iran nachließ.
Auf der Verliererseite standen Rüstungstitel. Lockheed Martin gab um 6,9 Prozent nach, Northrop Grumman um 4,5 Prozent. Jefferies verweist auf drohende Kürzungen im Verteidigungshaushalt. Tesla und SpaceX büßten 3,3 beziehungsweise 3,8 Prozent ein, da der Demokraten-Sieg bei der Gouverneurswahl in Texas Regulierungsrisiken für Elon Musks Unternehmen birgt.
Zahlen stützen die Stimmung
Auch Unternehmensberichte lieferten Rückenwind. McDonald’s gewann 6,5 Prozent, weil der Umsatz im US-Heimatmarkt weniger stark sank als befürchtet. Amgen erreichte nach einer erneut angehobenen Umsatzprognose ein Rekordhoch. Kraft Heinz stieg um 3,8 Prozent, nachdem der Konzern den Verkauf seines nordamerikanischen Kaffeegeschäfts an einen Finanzinvestor angekündigt hatte. Uber legte nach Quartalszahlen um 4,9 Prozent zu.
Strategen werten den Wahlausgang eher als Stabilisator. Deutsche-Bank-Stratege George Saravelos erwartet, dass die Kombination aus demokratischer Mehrheit und Trumps Kooperationsbereitschaft extreme politische Entwicklungen abbremst. Dekabank-Stratege Joachim Schallmayer spricht von sich deutlich, aber geordnet verändernden Machtverhältnissen.
Die Impulse dürften an die asiatischen Märkte weiterwandern: Dort wird für Donnerstag ein freundlicher Handelsstart erwartet, gestützt vom Ölpreisrückgang und der starken Wall-Street-Vorgabe. Für den S&P 500 bleibt die Rotation zwischen Technologie, Energie und Rüstung das Thema der kommenden Handelstage.
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