Die Erholung der vergangenen Tage hat einen abrupten Stopp eingelegt. Nachdem der S&P 500 am Dienstag noch fast 3 Prozent zulegte — der stärkste Einzeltag seit Mai 2025 — sorgte Trumps Rede vom Mittwochabend für eine rasche Stimmungsumkehr an den Märkten.

Der Präsident kündigte an, den Iran in den nächsten zwei bis drei Wochen „extrem hart“ zu treffen, und ließ damit jede Hoffnung auf eine schnelle Deeskalation vorerst verblassen. Konkrete Ausstiegspläne aus dem Konflikt oder ein Zeitplan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus — Fehlanzeige. Der S&P 500 sackte zeitweise um rund 1,5 Prozent ab, bevor er sich im Tagesverlauf auf ein Minus von etwa 1 Prozent bei 6.510 Punkten einpendelte.

Ölschock trifft Inflationserwartungen

Der eigentliche Stressfaktor für die Märkte ist der Ölpreis. Brent-Futures kletterten auf über 109 Dollar je Barrel, WTI überschritt vorübergehend die Marke von 110 Dollar — ein Anstieg von rund 9 Prozent binnen eines Tages. Die Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs fließen, bleibt blockiert, und Washington hat klargemacht, dass eine Wiedereröffnung Sache anderer Länder sei.

Das hat unmittelbare Konsequenzen für die Zinspolitik. Geldmarktpreise spiegeln inzwischen wider, dass in diesem Jahr keine Zinssenkungen der US-Notenbank mehr erwartet werden — ein drastischer Schwenk gegenüber den Prognosen von vor Kriegsbeginn, als noch zwei Senkungen eingepreist waren. Zeitweise sah der Markt sogar eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember.

Hedge-Fonds-Bilanz: Das schlechteste Quartal seit Jahren

Hinter den Indexbewegungen verbergen sich erhebliche Verluste institutioneller Investoren. Der S&P 500 verlor im ersten Quartal 2026 insgesamt 4,63 Prozent. Für viele Hedge-Fonds war es der schwierigste Quartalsbeginn seit Jahren — der Drawdown im März war laut Goldman Sachs der größte seit Januar 2022. Besonders hart traf es Fonds mit Schwerpunkt auf Technologie-, Medien- und Telekommunikationsaktien: Sie verloren im ersten Quartal im Schnitt fast 12 Prozent.

Selbst große Multi-Manager-Fonds blieben nicht verschont. Großinvestoren reagierten mit dem schnellsten Abbau von Aktienbeständen seit 13 Jahren.

Etwas Entspannung brachte am Donnerstagnachmittag eine Meldung, wonach der Iran gemeinsam mit Oman an einem Protokoll zur Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus arbeite. Der S&P 500 erholte sich daraufhin von seinen Tagestiefs — ein Zeichen, wie empfindlich die Märkte derzeit auf jedes Gesprächssignal aus der Region reagieren. Vor dem langen Osterwochenende — an Karfreitag ruhen die Börsen — wollten viele Anleger allerdings keine großen Risikopositionen halten. Der Handel am Montag wird zeigen, wie tief der Vertrauensschaden tatsächlich sitzt.