Der S&P 500 feiert diese Woche einen runden Geburtstag: Am 12. Oktober 2022 markierte er sein Tief, seither hat der Index rund 118 Prozent zugelegt. Heute vor der Bilanzsaison und den US-Inflationsdaten bleibt es dagegen ruhig. Der Leitindex notiert nahe 7.810 Punkten und damit kaum verändert.

Ruhe vor den Daten

An der Wall Street dominiert Zurückhaltung. Die Futures liegen leicht im Plus, am Mittwoch folgen die Verbraucherpreise, am Donnerstag die Erzeugerpreise. Parallel dazu legen die großen US-Banken im Wochenverlauf ihre Quartalszahlen vor und eröffnen damit die Berichtssaison.

Das Umfeld bleibt anspruchsvoll. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei gut 5 Prozent, Brent kostet über 100 Dollar. Immerhin gaben die Anleiherenditen zuletzt etwas nach, und der Ölpreis zog sich zurück, weil Hoffnungen auf höhere russische Diesel-Exporte die Versorgungssorgen dämpften.

Chipausrüster hinken hinterher

Unter der Oberfläche läuft es nicht überall rund. Halbleiterausrüster haben seit den Juli-Hochs im Schnitt 29 Prozent verloren, der breitere Halbleiterindex SOX büßte 16 Prozent ein. Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum um 3 Prozent zu.

Deutsche Bank hebt dennoch ihre Prognose für die Ausgaben für Waferfabrik-Ausrüstung an. Die Analysten erwarten 154 Milliarden Dollar im Jahr 2026, 217 Milliarden 2027 und 270 Milliarden 2028. Treiber seien DRAM-Knappheit, Kapazitätsausbau bei Spitzentechnologie und NAND-Upgrades.

Das Haus rechnet damit, dass sich die Anlegersorge von der Nachfrage hin zu Lieferketten und zur Nachhaltigkeit der Investitionen jenseits von 2028 verlagert. Heute spiegelt der SOX die Skepsis noch: Er gab zuletzt um rund 2,7 Prozent nach.

Rückblick und Absicherung

Jim Cramer nimmt den Jahrestag zum Anlass für eine Bilanz. Aus 10.000 Dollar am Tief wären inzwischen knapp 23.100 Dollar geworden, trotz Zinserhöhungen, Bankenkrise, Zöllen und eines Kriegs im Iran. Wer die zehn besten Handelstage zwischen 2005 und 2024 verpasste, hatte nach Berechnungen von JPMorgan am Ende weniger als die Hälfte des Vermögens.

Wer nach Rekordständen und einer stark von KI- und Technologiewerten getragenen Rally Rückschläge fürchtet, findet inzwischen Alternativen. iShares hat einen S&P-500-ETF mit Puffer aufgelegt: Er fängt im Ergebniszeitraum bis 30. September 2027 Verluste von rund 9,45 Prozent ab. Im Gegenzug begrenzt eine Obergrenze von 19,43 Prozent die Teilnahme an Kursgewinnen.

Am Mittwoch liefern die US-Verbraucherpreise den nächsten Test für den Index.