Der S&P 500 hat am Montag ein neues Rekordhoch bei 6.947 Punkten erreicht – doch die Euphorie hält sich in Grenzen. Während der breitere Markt nach oben drängt, zeigt sich bei den Tech-Giganten Schwäche. Was steckt hinter der merkwürdigen Marktbewegung?

Dow über 50.000 – aber niemand feiert

Der Dow Jones knackte am Freitag erstmals die magische 50.000-Punkte-Marke, rutschte zum Wochenstart aber bereits wieder knapp darunter. Analyst Ronald Gehrt vom Broker Lynx warnt: „Sollte der Dow wieder deutlich unter die runde Marke fallen, brennt hier etwas an.“

Das Problem: Zuletzt wurden vor allem Aktien gekauft, die von einem breiten Wirtschaftswachstum profitieren sollen. Doch genau das sei „so aber gar nicht existent“, so der Experte. Die Rally basiert also auf einer Wachstumsphantasie, die sich in den Konjunkturdaten nicht widerspiegelt.

Tech-Riesen unter Druck

Besonders auffällig ist die Rotation innerhalb des S&P 500. Während der Index neue Höchststände markiert, brachen Amazon-Aktien am Montag um 2,6 Prozent ein. Auch andere Mitglieder der „Glorreichen Sieben“ gaben nach – mit Ausnahme von Nvidia, das um 3,1 Prozent zulegte.

Der Grund: Investoren fürchten die Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz. Amazon und Alphabet hatten angekündigt, massiv in KI zu investieren – die Märkte reagierten mit Verkäufen. Offenbar zweifeln Anleger daran, dass sich diese Ausgaben zeitnah rentieren.

Nervöses Hin und Her beim Dollar

Die Verunsicherung zeigt sich auch am Devisenmarkt. Präsident Trump sorgte am Dienstag für einen Dollar-Crash, als er sagte, die jüngste Abwertung mache ihm keine Sorgen. Finanzminister Scott Bessent musste am nächsten Tag gegensteuern und sich für einen „starken Dollar“ aussprechen.

Dazu kommt die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef. Der gilt als geldpolitischer Falke – nach der Ankündigung stieg die Zinsstrukturkurve, der Dollar erholte sich leicht, und US-Aktien-Futures gaben um 0,5 Prozent nach.

Die Fed selbst blieb am Mittwoch bei ihrem Leitzins von 3,5 bis 3,75 Prozent. Notenbankchef Jerome Powell zeigte sich optimistisch: Die Wirtschaft wachse ordentlich, die Inflationsrisiken ließen nach. Ob das ausreicht, um den S&P 500 nachhaltig über 7.000 Punkte zu hieven, bleibt abzuwarten.