Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes aus Asien liefern ein durchwachsenes Bild der regionalen Konjunkturlage – und damit auch für S&P Global, dessen PMI-Daten weltweit als Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklungen gelten. Während Südkorea mit dem stärksten Wachstum seit eineinhalb Jahren überrascht, zeigt sich in Thailand eine Verlangsamung.

Der südkoreanische Fertigungssektor legte im Januar kräftig zu. Der von S&P Global erhobene Index kletterte auf 51,2 Punkte – der höchste Stand seit August 2024. Besonders bemerkenswert: Die Exportaufträge stiegen so stark wie zuletzt im April 2021. Nachfrage aus China, Nordamerika und Europa trieb die Entwicklung an. Neue Produktlinien in Schlüsselbranchen wie Halbleiter und Automobil befeuerten den Optimismus der Unternehmen auf den höchsten Wert seit Mai 2022.

Materialengpässe bremsen Myanmar

Ganz anders präsentiert sich die Lage in Myanmar. Zwar kehrte der Fertigungssektor mit 50,9 Punkten knapp ins Wachstum zurück, doch Materialknappheit erstickt jede Dynamik im Keim. Die Engpässe belasten Produktion, Einkaufsaktivität und Lagerbestände gleichermaßen. Die Beschäftigung schrumpfte den fünften Monat in Folge, während die Verkaufspreise auf ein Elfmonatshoch kletterten – ein deutliches Warnsignal für die Kostenentwicklung.

Thailand verzeichnete im Januar den neunten Wachstumsmonat in Serie, allerdings verlangsamte sich das Tempo deutlich. Der PMI fiel von 57,4 auf 52,7 Punkte – der schwächste Wert seit fünf Monaten. Die Exportaufträge gaben erneut nach, was Unternehmen auf schwache Auslandsmärkte zurückführten.

Preisdruck in Bangkok

Besonders brisant: Während die Inputkosten stiegen, fielen die Verkaufspreise so stark wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Thailändische Hersteller senken ihre Preise massiv, um im verschärften Wettbewerb zu bestehen – ein klares Zeichen für Margendruck. S&P Global Market Intelligence prognostiziert für Thailand nur 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum 2026.

Die divergierenden Signale aus der Region verdeutlichen die Herausforderung für Investoren. Südkoreas überraschende Stärke kontrastiert mit Thailands nachlassender Dynamik und Myanmars strukturellen Problemen. Für S&P Global als Datenlieferant bedeutet dies anhaltende Nachfrage nach Orientierung in unsicheren Märkten.