Während deutsche Bauunternehmen im Juli reihenweise Aufträge verloren, boomen die Dienstleister in den USA und Großbritannien. Beide Trends stammen aus derselben Quelle: den monatlichen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global. Für den Datenanbieter ist das mehr als eine Randnotiz – die PMI-Reihen zählen zu den meistbeachteten Konjunkturbarometern weltweit und sind ein Kerngeschäft der Sparte Market Intelligence.

Die aktuellen Zahlen zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Deutschlands Bausektor rutschte im Juli auf 42,1 Punkte ab, nach 44,8 im Juni – der schwächste Wert seit drei Monaten. Die Wohnungsbausparte bremste am stärksten, auch der Gewerbebau verlor an Fahrt. Einzig der Tiefbau lief gegen den Trend und legte zu. S&P-Ökonom Phil Smith verwies auf hohe Preise als Wachstumsbremse und forderte eine Entlastung auf der Angebotsseite.

Dienstleister treiben USA, UK und Eurozone an

Ganz anders das Bild jenseits der Baubranche. Der US-Dienstleistungsindex kletterte im Juli auf 54,6 Punkte von 51,2 im Vormonat und übertraf damit die Erwartungen der Volkswirte. Der Sammelindex für die gesamte US-Privatwirtschaft stieg parallel auf 54,5 Zähler.

In Großbritannien kehrte der Servicesektor mit einem Sprung auf 52,1 Punkte in die Wachstumszone zurück, getrieben von mehr Investitionsausgaben und geringerer Risikoscheu. Die Eurozone insgesamt verzeichnete mit einem Composite-Index von 52,0 Punkten das kräftigste Wachstum seit acht Monaten – Spanien markierte mit 56,5 Zählern sogar ein 19-Monats-Hoch, während Frankreich als einziges der großen vier Länder weiter schrumpfte.

Diese Datenflut ist für S&P Global kein Selbstzweck. Je mehr Institutionen, Notenbanken und Unternehmen auf die monatlichen PMI-Werte als Frühindikator setzen, desto stabiler bleibt die Nachfrage nach den Abo-Produkten der Market-Intelligence-Sparte. Die nächste Runde der Umfragen dürfte zeigen, ob sich die Kluft zwischen schwächelndem deutschen Bau und robusten Dienstleistern in den großen Volkswirtschaften weiter vertieft.