Die SpaceX-Aktie verlor am heutigen Mittwoch 4,7 Prozent und rutschte auf 118,40 Euro ab. Anleger positionieren sich vor dem Ende einer Sperrfrist für 319 Millionen Aktien, die am morgigen Donnerstag ausläuft und Frühinvestoren sowie Insidern erstmals den freien Verkauf ihrer Anteile am Markt ermöglicht.
Verschärft wurde der Kursrutsch durch eine skeptische Wortmeldung von NYU-Stern-Professor Scott Galloway, der SpaceX als „wahnsinnig überbewertet“ bezeichnete. Seine Einschätzung traf auf einen Markt, der bereits nervös auf das anstehende Angebot zusätzlicher Aktien reagierte – die Kombination aus Bewertungskritik und drohendem Verkaufsdruck ließ die Notierung binnen eines Tages deutlich nachgeben.
Operatives Geschäft läuft weiter auf Hochtouren
Während die Börse mit der Kapitalstruktur ringt, meldet SpaceX operativ Rekorde. Am Dienstag absolvierte das Unternehmen mit der Starlink-17-50-Mission von der Vandenberg Space Force Base seinen 100. Orbitalstart des Jahres 2026. Die Starlink-Konstellation umfasst inzwischen mehr als 11.000 Satelliten.
Zusätzlich gelang die Bergung einer Starship-Oberstufe bei Christmas Island zur technischen Inspektion – das Bauteil hatte eine Wasserung am 24. Juli und eine anschließende 24-tägige Odyssee im Ozean überstanden.
Die Geschäftszahlen untermauern das Wachstumsbild: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das KI-Segment, dessen Erlöse um 247 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zulegten.
Machtverhältnisse und neue Weichenstellungen
Regulatorische Offenlegungen vom Montag zeigten, welche Investoren neben Firmengründer Elon Musk, der weiterhin 48,4 Prozent der Anteile kontrolliert, größere Positionen halten: Alphabet mit 551,2 Millionen Aktien, Fidelity mit 302,6 Millionen und Nvidia mit 123 Millionen Aktien. Diese Konzentration institutioneller Schwergewichte dürfte den Markt für das freigegebene Aktienpaket zumindest teilweise abfedern.
Parallel dazu offenbarte eine S-1-Einreichung vom selben Tag, dass SpaceX sich das Recht vorbehält, eigene „Orbital Compute“-Nutzlasten im Rahmen des Projekts Starmind gegenüber Aufträgen der US-Regierung und Dritter zu priorisieren – ein Hinweis darauf, wie stark das Unternehmen seine weltraumbasierte KI-Infrastruktur strategisch gewichtet.
Erst wenige Tage zuvor hatte SpaceX die vollständig aktienfinanzierte Übernahme von Anysphere, dem Entwickler des KI-Programmierassistenten Cursor, für 60 Milliarden Dollar abgeschlossen und dafür rund 389,3 Millionen neue Class-A-Aktien ausgegeben.
Die Kombination aus Übernahme, Sperrfristablauf und Bewertungskritik erklärt, warum die Aktie derzeit stärker schwankt als das operative Geschäft es nahelegen würde – mit einer 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent bewegt sich das Papier deutlich unruhiger als breite Marktindizes.
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