Ein geheimer Belastungstest im All, ein Kursrutsch auf Rekordtief und jetzt eine Gegenbewegung: Bei SpaceX prallen technische Erfolge und finanzielle Nervosität aufeinander. Die in Europa gehandelte Aktie schloss am Dienstag bei 102,28 Euro, ein Plus von 2,28 Prozent. Erst am Tag zuvor war das Papier auf ein neues 52-Wochen-Tief von 94,15 Euro gefallen.

Die europäischen Kurse an Handelsplätzen wie Tradegate und Xetra folgen dem eigentlichen Nasdaq-Listing in Dollar. Sie zeigen damit die gleiche Achterbahnfahrt, die Anleger in den USA gerade durchleben.

Starship-Test übertrifft Erwartungen

Der 13. Testflug des Starship-Raumschiffs fand am Freitag, 24. Juli 2026, statt. Die Mission brachte 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation ins All. Erfolgreich abgeschlossen, doch die eigentliche Nachricht kam erst danach.

CEO Elon Musk enthüllte einen bis dahin geheimen Test: Beim Aufstieg setzte SpaceX das Raumschiff bewusst einer extrem aggressiven Beschleunigung aus. Ziel war es, die keramischen Hitzeschutzkacheln unter maximalem Druck zu prüfen. Musk bestätigte, der Test sei erfolgreich verlaufen — die Kacheln hielten trotz der erhöhten mechanischen Belastung stand.

Technisch ein Fortschritt für das Starship-Programm. An der Börse zählte das zuletzt jedoch wenig.

Der Kurs-Absturz der letzten 30 Tage

Trotz der Erfolge im All steht die europäisch gehandelte Aktie 47,40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, erreicht kurz nach dem Börsengang im Juni. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier fast 29 Prozent.

Der 14-Tage-RSI liegt aktuell bei 35,6 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Bei einer annualisierten Volatilität von knapp 65 Prozent bleibt der Kurs jedoch extrem anfällig für neue Nachrichten — technische wie auch solche rund um Musks weiteres Firmengeflecht.

Zwei Termine im August werden zum Test

Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. Am 4. August legt SpaceX seine Quartalszahlen vor. Der Markt will vor allem wissen, ob das Starlink-Geschäft genug Cashflow erwirtschaftet, um die hohen Entwicklungskosten des Starship-Programms zu decken.

Zwei Tage später, am 6. August, endet die Lock-up-Frist nach dem Börsengang. Dann könnten rund 911,5 Millionen Aktien zusätzlich auf den Markt kommen. Sollten Frühinvestoren und Mitarbeiter im großen Stil verkaufen, dürfte das den Kurs belasten — selbst während Bernstein SocGen langfristig an ihrem Kursziel von 239 US-Dollar für die Nasdaq-Aktie festhält.

Die Erholung vom Dienstag bringt der Aktie zwar 8,64 Prozent Abstand zum jüngsten Rekordtief. Ob sie sich bis zum 6. August halten lässt, entscheidet sich an der Frage, wie der Markt das Zusammenspiel aus Quartalszahlen und zusätzlichem Aktienangebot bewertet.