Die SpaceX-Aktie fällt am Freitag auf ein neues Jahrestief. Grund ist die Anspannung vor dem heutigen Startversuch von Starship Flight 13 — dem zweiten Anlauf innerhalb einer Woche, nachdem Wetter und Triebwerksprobleme zwei frühere Termine verhindert hatten. Die Aktie notiert bei 99,15 Euro, ein Minus von 4,63 Prozent zum Vortag.

Dritter Anlauf für Starship Flight 13

Das 90-minütige Startfenster für den 13. Flugtest von Starship öffnet am Freitag um 17:45 Uhr Ortszeit in Texas. Ursprünglich sollte der Start bereits einen Tag früher erfolgen, das Wetter zwang SpaceX zur Verschiebung.

Die Mission hatte schon vorher Probleme. Beim ersten Startversuch am 16. Juli löste die Flugsoftware kurz vor dem Abheben einen automatischen Abbruch aus. Vier Raptor-Triebwerke erreichten nicht die nötigen Startparameter. SpaceX tauschte daraufhin mindestens zwei Triebwerke des Super-Heavy-Boosters aus.

Technisch steckt in dieser Mission mehr als in früheren Tests. Die Oberstufe trägt 20 Satelliten der nächsten Starlink-Generation, sechs davon mit Kameras ausgestattet, um das Raumschiff S40 im All zu inspizieren — ein Manöver, das an die Rendezvous-Technik des Space Shuttles erinnert. Es ist zudem der erste Testflug, der die neuen „V3″-Starlink-Satelliten ins All bringen soll.

Aktie gerät unter Druck aus mehreren Richtungen

Der erneute Startversuch trifft die Aktie an einem heiklen Punkt. Der aktuelle Kurs liegt nur noch 1,65 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 97,54 Euro, das erst am Vortag markiert wurde. Der RSI von 33 signalisiert überverkaufte Bedingungen.

Ein Teil des Drucks kommt von einem bevorstehenden Angebotsschub. SpaceX hat angekündigt, die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 nach Börsenschluss am 4. August zu veröffentlichen — der erste Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen überhaupt. Dieser Termin löst zugleich die erste Tranche einer gestaffelten Lock-up-Freigabe für Insider aus.

Die Bedingungen sind konkret: Ab dem 6. August, dem zweiten vollen Handelstag nach der Veröffentlichung, dürfen Insider bis zu 20 Prozent ihrer gesperrten Anteile verkaufen. Das entspricht bis zu 911,5 Millionen Aktien. Leerverkäufer haben diese Konstellation bereits im Blick: Bearishe Positionen erreichen inzwischen etwa ein Drittel des frei handelbaren Streubesitzes. Weil vor der Lock-up-Freigabe nur wenige Aktien verfügbar sind, ziehen diese Wetten zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich.

Markt beobachtet den Ausgang genau

Analysten sehen im heutigen Flug einen kurzfristigen Stimmungstreiber auf dem Weg zu den Quartalszahlen. Ein sauberer Testflug könnte die Stimmung stabilisieren. Scheitert der Versuch erneut, rechnen Marktbeobachter mit einem Rückfall in die Unterstützungszone zwischen 116 und 121 Dollar — manche Trader beobachten sogar die Marke von 100 Dollar.

Die technischen Schwierigkeiten sind kein neues Phänomen. Beim Flug 12 im Mai hatte eine fehlerhafte Zündsequenz der Triebwerke auf Ship 39 dazu geführt, dass sich der Booster beim Richtungswechsel um etwa 90 Grad verdrehte. Für den aktuellen Flug hat SpaceX Hardware-Änderungen vorgenommen, um die Zuverlässigkeit der Wiederzündung zu verbessern. Dazu kommen aktualisierte Alarm- und Abbruchsysteme, die ein vorzeitiges Abschalten wie bei Flug 12 verhindern sollen.

Der heutige Startversuch und die Wochen bis zum ersten Quartalsbericht am 4. August dürften den Ton für die Aktie in ihrer noch jungen Handelsgeschichte als börsennotiertes Unternehmen vorgeben. Für SpaceX steht damit binnen weniger Tage gleich doppelt viel auf dem Spiel: technische Bewährung im All und finanzielle Bewährung an der Börse.