Trotz neuer Berichte über Einschränkungen des militärischen Satellitendienstes Starshield verzeichnet die SpaceX-Aktie heute ein Plus von 2,0 Prozent auf 135,22 Euro. Marktbeobachter blicken gleichermaßen auf das operative Geschäft des Raumfahrtkonzerns sowie auf Spekulationen über künftige gesellschaftsrechtliche Schritte.

Unruhe um Starshield in der Ukraine

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wiesen Regierungsvertreter im Weißen Haus das US-Verteidigungsministerium an, den Zugang der Ukraine zum Satellitennetzwerk Starshield zu verlangsamen. Dies sorgte für neue Unsicherheiten rund um den militärischen Dienst. Ein hochrangiger US-Beamter dementierte allerdings, dass der US-Präsident ein solches Ersuchen gestellt habe. SpaceX selbst gab dazu keine Stellungnahme ab.

Mitte der Woche hatten ukrainische Stellen bereits Einschränkungen des Starlink-Dienstes beklagt, welche den Einsatz von Drohnen beeinträchtigt haben sollen. Gestern berichteten Medien, dass die Verbindungen von Starlink und Starshield für die ukrainischen Streitkräfte wiederhergestellt wurden.

Die politischen Verflechtungen unterstreichen die Gratwanderung zwischen privatwirtschaftlicher Infrastruktur und staatlichen Sicherheitsinteressen. Für SpaceX bleibt das Geschäft mit militärischen und staatlichen Auftraggebern ein sensibler, aber auch lukrativer Wachstumsbereich.

Übernahmespekulationen und Analysteneinschätzungen

Für zusätzliche Bewegung sorgten Überlegungen am Kapitalmarkt. Analysten von Barclays um Dan Levy brachten die Möglichkeit ins Spiel, dass im Vorfeld der jährlichen Tesla-Hauptversammlung ein Zusammenschluss von Tesla und SpaceX bekannt gegeben werden könnte.

Ein zentraler Treiber für einen solchen Schritt sei demnach der Bereich der künstlichen Intelligenz. Dabei handelt es sich ausdrücklich um Spekulationen von Analystenseite und nicht um eine offizielle Ankündigung der beteiligten Unternehmen.

Die Wall Street begleitet die Entwicklung des Raumfahrtunternehmens weiterhin mit hohen Kurszielen. Am Mittwoch bekräftigte Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas seine Einstufung mit „Overweight“ und rief ein Kursziel von 300 $ aus.

Solide operative Fortschritte im All

Abseits der politischen und strategischen Schlagzeilen lieferte das Raumfahrtunternehmen im operativen Betrieb verlässliche Resultate. Am Dienstag startete SpaceX erfolgreich die Frachtmission CRS-35 Dragon im Auftrag der NASA zur Internationalen Raumstation ISS. Der Transporter beförderte rund 2.860 Kilogramm an Nachschub und Ausrüstung ins All, darunter die letzten Solarmodule des Typs ISS Roll-Out Solar Array.

Mit dem heutigen Kursanstieg notiert das Papier 4,3 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Nach den jüngsten Schwankungen im Zuge der geopolitischen Diskussionen richtet sich der Blick der Anleger nun auf die Umsetzung der weiteren kommerziellen Expansionspläne.