Elon Musk hat am Freitag angekündigt, die Falcon-Rakete auslaufen zu lassen, sobald Starship zuverlässig mehrmals pro Woche fliegt. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die SpaceX-Aktie zwischen Rekordbewertung und heftigen Kursschwankungen pendelt.
Falcon soll Starship weichen
Musk äußerte sich in einem Beitrag auf X: Sobald Starship im Wochentakt startet, verliere Falcon seine Rolle als Arbeitspferd der Flotte. Bislang ist davon nichts zu spüren – Falcon 9 kommt 2026 auf 140 bis 145 Flüge, nach 165 Missionen im Vorjahr, wie SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell mitteilte.
Erst am Freitag brachte eine Falcon 9 weitere 29 Starlink-Satelliten ins All. Starship selbst steckt noch in der Testphase: Bei Flug 14 zündeten sechs Raptor-Triebwerke in einem 60-Sekunden-Statiktest, ein entscheidender Schritt vor dem nächsten Orbitalversuch.
Die Ansage unterstreicht, wie sehr Musk auf Starship als künftiges Rückgrat des Unternehmens setzt – inklusive der geplanten Mondlandung im Rahmen von Artemis 2028. Für Anleger ist die Nachricht ambivalent: Sie signalisiert Vertrauen in die neue Rakete, macht aber auch deutlich, wie stark der Erfolg von SpaceX an einem einzigen, noch nicht ausgereiften Programm hängt.
Kursachterbahn seit dem Börsengang
Die Aktie zeigt sich entsprechend volatil. Am Freitag legte das Papier um 2,1 Prozent zu, notiert aber binnen sieben Tagen mit minus 3,1 Prozent im Minus. Auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von 16 Prozent zu Buche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht Mitte Juni, ist der Titel derzeit rund 40 Prozent entfernt und notiert auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 123,95 Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 91 Prozent zeigt: Ruhe kehrt an der Börse für SpaceX-Papiere vorerst nicht ein.
ARK Invest bleibt Käufer trotz Kritikerstimmen
Trotz der Schwankungen stockt Cathie Woods ARK Invest ihre SpaceX-Position weiter auf. Am 21. August kaufte ARK laut eigenen Angaben gut 205.000 SpaceX-Aktien im Wert von 27,5 Millionen Dollar und trennte sich im Gegenzug von Palantir-Anteilen im Volumen von 27,2 Millionen Dollar.
Wood sieht den fairen Wert von SpaceX bei 180 bis 220 Dollar je Aktie, was einer Bewertung von 2,5 bis 3,1 Billionen Dollar entspräche. Skeptiker wie Shortseller Jim Chanos halten dagegen: Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar sei nicht gerechtfertigt. Auch der Bewertungsexperte Aswath Damodaran taxiert den fairen Wert deutlich niedriger, bei rund 1,3 Billionen Dollar.
Deutsche-Bank-Analyst Edison Yu wiederum treibt die Bullenseite an: Er hält es für möglich, dass der jährlich wiederkehrende Umsatz von SpaceX von 31,3 Milliarden auf 100 Milliarden Dollar steigt. SpaceX hat inzwischen mehr als 2.000 Satelliten ins All gebracht, davon 27 erst kürzlich – ein Beleg für das Tempo, mit dem das Starlink-Netzwerk weiter wächst und das nach wie vor den Löwenanteil des Konzernumsatzes stellt.
Was Anleger im Blick behalten sollten
Die Spanne der Einschätzungen – von Woods Multi-Billionen-Fantasie bis zu Chanos’ Warnung vor Überbewertung – zeigt, wie unklar der faire Wert von SpaceX derzeit ist. Entscheidend dürfte sein, ob Starship tatsächlich in absehbarer Zeit den von Musk skizzierten wöchentlichen Flugrhythmus erreicht. Bis dahin bleibt Falcon das operative Fundament des Unternehmens – und die Aktie ein Papier für risikofreudige Anleger.
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