Die Papiere von SpaceX gerieten zum Ausklang der Handelswoche unter Druck. Trotz neuer Großaufträge schloss die Aktie am gestrigen Freitag bei 132,70 Euro, was einem Tagesverlust von 1,6 Prozent entspricht. Neben einer kurzen Verschiebung des nächsten Testflugs für das Starship-System drückten vor allem spürbare Verkäufe von Privatanlegern auf die Stimmung.
Testflug verschoben und Verkäufe belasten
Der anstehende Erprobungsflug des Starship-Systems wurde um knapp eine Woche auf den 28. September verlegt. Bei dem ersten orbitalen Test soll das schwere Transportsystem eine Bahnhöhe von rund 275 Kilometern ansteuern. An Bord befinden sich 26 Kommunikationssatelliten der nächsten Generation des firmeneigenen Netzwerks.
Die kurze Verzögerung traf auf eine ohnehin spürbare Zurückhaltung am Markt. Nach der kräftigen Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen nutzten etliche Marktakteure die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen.
Laut JPMorgan trennten sich Privatanleger in den zurückliegenden drei Wochen von SpaceX-Aktien im Umfang von etwa 570 Millionen Dollar. Allein in der abgelaufenen Handelswoche summierten sich diese Abflüsse auf 250 Millionen Dollar, was den bislang stärksten gemessenen Wochenrückgang in dieser Anlegergruppe darstellt.
Transaktion im Verwaltungsrat
Parallel zu den Handelsaktivitäten kam Bewegung in die Eigentümerstruktur. Die Beteiligungsgesellschaft Valor Equity Partners übertrug 8,5 Prozent ihrer Firmenanteile an Fondsinvestoren, was laut Bloomberg einem Gegenwert von rund 8,5 Milliarden Dollar entsprach. Verwaltungsratsmitglied Antonio Gracias bleibt ungeachtet dieser Übertragung mit einem Bestand von mehr als 460 Millionen Papieren einer der größten Anteilseigner des Konzerns.
Solche Umschichtungen bei frühen Wagniskapitalgebern gelten nach erfolgreichen Börsengängen zwar als üblicher Schritt, sorgten im aktuellen Umfeld jedoch für zusätzliche Zurückhaltung unter den Händlern.
Fundamentaler Rückenwind durch NASA-Vertrag
Auf der operativen Seite sicherte sich SpaceX am gestrigen Freitag einen weiteren Großauftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA. Der Kontrakt über 946 Millionen Dollar umfasst drei zusätzliche bemannte Missionen zur Internationalen Raumstation. Damit klettert das Gesamtvolumen des Programms bis zum Jahr 2030 auf 5,92 Milliarden Dollar.
Die Ausweitung des bestehenden Abkommens festigt die Marktposition von SpaceX im staatlichen Raumfahrtsektor, während alternative Kapselprogramme anderer Hersteller weiterhin Verzögerungen verzeichnen.
Auch das übergeordnete Erlöswachstum bleibt intakt: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um fast 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar. Großinvestor Ron Baron von Baron Capital bekräftigte angesichts dieser Dynamik seine zuversichtliche Einschätzung für den weiteren Ausbau des Satellitengeschäfts.
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