Venezuela öffnet seine Tür für Starlink. Interimspräsidentin Delcy Rodriguez hat den Satelliteninternetdienst von SpaceX per Abkommen für das gesamte Land zugelassen. Die Regierung machte die Entscheidung am Freitag bekannt.
Formale Genehmigung nach der Erdbebenhilfe
Die Regulierungsbehörde Conatel erteilte eine allgemeine Betriebsgenehmigung und sieben Konzessionen für Ku-Band-Frequenzen. Inhaber ist die lokale Gesellschaft SpaceX VZ, S.C.A. Starlink arbeitet damit unter venezolanischer Aufsicht.
Der Entscheidung gingen Monate der Zusammenarbeit voraus. Nach den Erdbeben vom 24. Juni, die im Bundesstaat La Guaira die Telekommunikationsinfrastruktur beschädigten, setzte SpaceX Starlink-Technik für den Notfall ein. Conatel erlaubte dafür zunächst befristete Testgenehmigungen.
Getestet wurde auch die Direktverbindung zu Mobilgeräten: Textnachrichten liefen per Satellit über die drei Mobilfunkanbieter des Landes. Laut US-Botschaft in Caracas gingen mehr als 1.600 Starlink-Kits an Rettungskräfte, medizinisches Personal und Hilfsorganisationen.
Kommerziell war Starlink bereits präsent. Im März hatte der Händler MultiMax eine Vereinbarung zum Vertrieb der Hardware an Haushalte und Unternehmen verkündet. Die neue Lizenz schafft nun einen dauerhaften Rechtsrahmen.
Frequenzkauf für den Mobilfunk
Parallel dazu treibt SpaceX den Ausbau Richtung Mobilfunk voran. Das Unternehmen hat sich mit der Investmentgesellschaft Grain Management auf den Kauf landesweiter Low-Band-Frequenzlizenzen geeinigt. Sie sollen ein technisches Problem lösen: den schwachen Empfang in Innenräumen. Ziel ist ein hybrides Mobilfunknetz, mit dem SpaceX stärker in das Revier klassischer Telekomkonzerne vordringt.
Die Aktie schloss zuletzt bei 162,57 Dollar, ein Plus von 1,25 Prozent. Nachbörslich lag sie minimal höher bei 162,76 Dollar.
Auch anderswo sucht SpaceX Genehmigungen. In Indien hängt der kommerzielle Start von Starlink weiter von zusätzlichen behördlichen Freigaben ab. Venezuela zeigt, wie das Muster aussieht: Erst Nothilfe, dann Testlizenz, schließlich die landesweite Konzession.
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