Spaniens Industriebetriebe verzeichnen das kräftigste Wachstum seit über einem Jahr. Eine spürbare Belebung der Nachfrage aus europäischen Kernmärkten kurbelte die Produktion im Oktober wieder an. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte von 51,0 Punkten im Vormonat auf 52,2 Zähler. Damit liegt das Barometer über der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Sowohl der Ausstoß als auch der Eingang neuer Bestellungen legten erstmals seit sechs Monaten wieder zu. Vor allem ausländische Kunden orderten mehr. Dies bescherte den Exportbetrieben den zweiten Zuwachsmonat in Folge. Weil die Fertigung dem Auftragsplus mancherorts hinterherhinkte, schwollen die Auftragsbestände spürbar an.
Engpässe auf den Seewegen bremsen den Ablauf
Der Aufschwung vollzieht sich unter anhaltenden Belastungen. Bereits seit Juli 2023 kämpfen die Betriebe mit verlängerten Lieferzeiten ihrer Zulieferer. Material fehlte in den Lagern, während Verzögerungen auf wichtigen Seefrachtrouten die Anlieferung erschwerten. Zwar fiel die Zunahme der Lieferzeiten so moderat aus wie seit acht Monaten nicht mehr, die Verzögerungen blieben dennoch gravierend.
Um die gestiegenen Arbeitsmengen zu bewältigen, griffen die Fabriken nicht zu Neueinstellungen. Frei werdende Stellen blieben unbesetzt. Die verbliebene Belegschaft sah sich mit einer spürbar höheren Arbeitslast konfrontiert.
Steigende Kosten treiben die Verkaufspreise
Zusätzlichen Druck verursachten die Einkaufspreise, deren Teuerung ein Fünfmonatshoch erreichte. Vor allem Energie, Kraftstoffe und Frachtkosten verteuerten sich deutlich, flankiert von höheren Notierungen für Industriemetalle wie Eisen und Stahl. Die Hersteller gaben diese Mehrkosten zügig weiter. In der Folge stiegen die Verkaufspreise mit dem schnellsten Tempo seit vier Monaten.
Trotz der Kostenwelle weiteten die Unternehmen erstmals seit November 2025 ihre Einkaufsaktivitäten wieder aus. Nach 13 Monaten des Abbaus legten auch die Bestände an Vorprodukten leicht zu. Die Zuversicht für die kommenden zwölf Monate trübte sich angesichts geopolitischer Unsicherheiten ein. Zahlreiche Betriebe halten ungeachtet dessen an Investitionsplänen in neue Maschinen, Kapazitäten und Produktpaletten fest.


