Spaniens Neuwahl und Frankreichs Haushalt belasten den Euro

Politische Unsicherheit in Spanien und Frankreich sowie höhere US-Renditen setzen den Euro unter Druck.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Euro zeitweise bei 1,1161 US-Dollar
  • Spanien setzt Neuwahl für November an
  • Frankreichs Renditeabstand erreicht 137 Basispunkte
  • US-Anleiherendite auf höchstem Stand seit 2002

Europas Währungsmärkte geraten von zwei Seiten unter Druck. Der Euro fiel im Handel zeitweise auf 1,1161 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit 17 Monaten. Ursache ist eine wachsende politische Unsicherheit: Während Frankreich mit einem umstrittenen Haushalt ringt, hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez überraschend eine Neuwahl für November ausgerufen.

Zwei der großen Volkswirtschaften des Euroraums stehen vor unruhigen Wochen. In Madrid liegt die Regierungspartei in den Umfragen zurück, nachdem landesweite Proteste über hohe Wohnkosten den Druck erhöht hatten. Allerdings steht Spanien wirtschaftlich vergleichsweise stabil da. Das Haushaltsdefizit bewegt sich zwischen 2,0 und 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, weshalb die spanischen Anleiherenditen lediglich um fünf Basispunkte anzogen.

Hohe Zinsaufschläge in Paris

Deutlich angespannter bleibt die Lage in Frankreich. Anleger reagierten verschnupft auf die jüngsten Haushaltsentwürfe der Regierung. Im tief gespaltenen Parlament drohen Misstrauensvoten und eine Aufweichung der geplanten Sparmaßnahmen. Entsprechend hoch bleiben die Risikoaufschläge: Die Renditedifferenz französischer Staatsanleihen zu deutschen Bundesanleihen lag zuletzt bei 137 Basispunkten, verglichen mit 85 Basispunkten vor einem Monat.

Derweil lässt die europäische Geldpolitik den Finanzministern wenig Raum für Entlastung. Weil die Inflation im Euroraum bei 3,8 Prozent verharrt, gilt ein schnelles Einlenken der Währungshüter als unwahrscheinlich. Die Terminmärkte preisen eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende zu 83 Prozent ein. Höhere Leitzinsen verteuern den Schuldendienst zusätzlich.

US-Zinsen stützen die US-Währung

Parallel dazu spielt die Zinsentwicklung in Übersee dem Dollar in die Hände. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf bis zu 5,3493 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Der Dollar profitierte spürbar von dieser Entwicklung. Gegenüber dem japanischen Yen schwächte sich die europäische Gemeinschaftswährung sieben Handelstage in Folge ab und fiel auf 177 Yen.

Konkrete Hinweise auf die wirtschaftliche Verfassung liefern in den kommenden Tagen die europäischen Einzelhandelsdaten für August sowie neue Einkaufsmanagerindizes für das Baugewerbe. In Spanien richtet sich das Augenmerk der Anleihemärkte nun auf den Wahltermin im November.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.