St George Mining verliert an der Börse deutlich an Wert, während das Unternehmen gleichzeitig einen detaillierten Fahrplan für sein Vorzeigeprojekt in Brasilien vorlegt. Die Aktie fiel am Donnerstag um 4,33 Prozent auf 0,0486 Euro. Damit summiert sich der Rückgang der vergangenen sieben Handelstage auf 10 Prozent.

Der australische Explorer hat in einem Investoren-Webinar und einer neuen Präsentation diese Woche zentrale Meilensteine für sein Araxá-Projekt skizziert. Es geht um Niob und Seltene Erden in Brasilien. Das Unternehmen bewegt sich damit vom reinen Explorationsstadium hin zur technischen Absicherung und potenziellen Produktion.

Fokus auf die besten Gesteinszonen

Executive Chairman John Prineas machte in der Präsentation klar: Das Unternehmen konzentriert sich gezielt auf die hochgradigsten Blockmodelle der Lagerstätte. Diese liegen außerhalb des Nachbargebiets des Konkurrenten CBMM. Der Ansatz soll die wertvollsten Abschnitte der Lagerstätte priorisieren, statt die gesamte Fläche gleichmäßig zu erschließen.

Die aktuelle Modellierung beziffert das Gesamtinventar der Mineralressourcenschätzung auf rund 95,47 Millionen Tonnen. Als Basis dienen mehr als 500 historische Bohrabschnitte mit Niob-Gehalten über 1 Prozent Nb2O5. Die metallurgische Testarbeit hat bereits Niob-Konzentrate mit bis zu 40,2 Prozent Reinheit erzeugt. Diese Ergebnisse stützen die Idee einer Doppelproduktion: Niob und Seltene Erden aus derselben Erzquelle.

Technologiepartner und Pilotanlagen

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Zusammenarbeit mit Boston Metal. Die beiden Partner testen Material mittels Schmelzoxid-Elektrolyse — einer Technologie für kostengünstige und CO2-arme Metallproduktion.

Parallel dazu startet CIT-SENAI noch in diesem Monat ein Pilotprogramm zur Niob-Flotation. Die Daten sollen die Prozessoptimierung vorantreiben. Eine größere Anlage entsteht derzeit auf dem Campus von CEFET-MG und soll im vierten Quartal 2026 den Betrieb aufnehmen. Sie soll später Ferroniob und Oxide Seltener Erden produzieren.

Kapitalmaßnahmen und Marktlage

St George Mining hat parallel zu den technischen Aktivitäten die Notierung von 5 Millionen Optionen und 250.000 Stammaktien an der ASX beantragt. Die Optionen laufen bis Februar 2027 und wurden Beratern als Vergütung für professionelle Dienstleistungen ausgegeben. Das Vorgehen soll die Kassenlage schonen und gleichzeitig eine geordnete Kapitalstruktur sichern.

Der Kursverlauf zeigt den Druck, unter dem das Unternehmen derzeit steht. Die Aktie notiert nur noch 6,35 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 0,0457 Euro, das erst am 20. Juli erreicht wurde. Zum Rekordhoch von 0,1010 Euro aus dem Februar klafft eine Lücke von fast 52 Prozent.

Anleger richten den Blick nun auf zwei konkrete Termine: neue Analyseergebnisse aus der laufenden Erweiterungsbohrung sowie die Resultate der Pilotprogramme im Juli. Beide könnten zeigen, ob sich die technischen Fortschritte auch in belastbaren Produktionsdaten niederschlagen.