Sachsen kauft Straßenbahnen bei Stadler — und das Unternehmen steht kurz vor seiner Generalversammlung. Beides klingt nach guten Nachrichten. Der Blick auf die Finanzen trübt das Bild jedoch ein.
Görlitz und Zwickau bestellen 14 TINA-Trams
Die Görlitzer Verkehrsbetriebe und die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau haben gemeinsam 14 Niederflur-Straßenbahnen des Typs TINA bestellt. Görlitz erhält acht Fahrzeuge, Zwickau sechs. Die Inbetriebnahme soll ab 2028 erfolgen.
Der Auftrag kam zustande, weil der ursprüngliche Lieferant HeiterBlick in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Stadler springt ein. Die rund 30 Meter langen Fahrzeuge sind vollständig niederflurig und barrierefrei — gebaut werden sie im polnischen Werk.
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Damit setzen bereits acht europäische Städte auf die TINA-Baureihe. Basel, Den Haag, Darmstadt, Gera, Halle und Rostock fahren bereits damit. Allerdings kämpft die Baureihe mit Lärm- und Vibrationsproblemen. Darmstadt und Basel haben die Fahrzeugabnahme gestoppt. Stadler muss 25 Fahrzeuge bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachrüsten. Tests zeigen immerhin eine Reduktion der Bodenvibrationen um bis zu 51 Prozent.
Generalversammlung am 5. Mai
Fünf Tage nach dem Sachsen-Auftrag kommen die Aktionäre in Zürich zusammen. Auf der Tagesordnung stehen Verwaltungsratswahlen und eine vorgeschlagene Dividendenerhöhung von 0,20 auf 0,50 Schweizer Franken je Aktie. Grundlage ist der Nettogewinn 2025: Stadler hat ihn auf 100,7 Millionen Franken mehr als verdoppelt. Der Ex-Tag liegt auf dem 7. Mai, die Auszahlung soll am 11. Mai erfolgen.
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Cashflow bleibt das eigentliche Problem
Der Auftragsbestand übersteigt 32 Milliarden Franken. Das klingt komfortabel. Trotzdem rutschte der freie Cashflow ins Minus. Finanzchef Raphael Widmer rechnet auch für 2026 nicht mit einem positiven Nettoumlaufvermögen — obwohl das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 30 bis 40 Prozent anpeilt.
Genau das dürfte erklären, warum UBS Stadler Rail als einen der am stärksten leerverkauften Titel im gesamten Schweizer Markt einstuft. Institutionelle Investoren zweifeln offenbar daran, dass der Gewinn auch in Liquidität übersetzt werden kann.
Die Aktie hat sich zuletzt erholt — rund 15 Prozent Plus im Dreißig-Tage-Vergleich, aktuell knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 25,12 Euro. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent an. Der Halbjahresbericht im August wird zeigen, ob die Effizienzprogramme greifen — oder ob die Short-Seller recht behalten.
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