Stadler Rail: 79 Züge für 1,3 Milliarden Euro

Stadler Rail verzeichnet vollen Auftragseingang, kämpft aber weiter mit negativem Cashflow. Analysten bleiben skeptisch.

Stadler Rail Aktie
Kurz & knapp:
  • Erste Renfe-Züge kurz vor Auslieferung
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • Cashflow bleibt negativ trotz Umsatzplus
  • Hohe Short-Quote belastet Aktienkurs

Volle Auftragsbücher, aber leere Kassen — diese Spannung prägt Stadler Rail gerade so deutlich wie selten. Der Besuch des spanischen Verkehrsministers Óscar Puente im Testzentrum Albacete am 20. April markiert zwar einen operativen Meilenstein. An der Börse überzeugt das bislang wenig.

Erste Züge kurz vor der Übergabe

In Albacete laufen die finalen Tests vor der Übergabe der ersten fünf Einheiten an Renfe. Drei T100-Vierteiler mit 100 Metern Länge und zwei T200-Achtteiler mit 200 Metern sind bereit. Nach der Übergabe plant Stadler monatliche Auslieferungen — bis Ende 2026 sollen neun T100 und acht T200 an Renfe gehen.

Die Züge integrieren sich in das Cercanías-Madrid-Netz, das täglich über 730.000 Fahrgäste befördert. Nach Simulationstests und Fahrerausbildung soll der Betrieb zum Ende des Sommers starten. Es sind die ersten von insgesamt 79 Stadler-Zügen für Renfe — Auftragswert: 1,3 Milliarden Euro.

Kapazitätssprung für Madrid

Der T100 fasst bis zu 912 Sitzplätze, der T200 bis zu 1.884 Fahrgäste. Das entspricht einer Kapazitätssteigerung von bis zu 20 Prozent gegenüber dem bisherigen Bestand. Beide Modelle kombinieren Niederflur- mit Doppelstockwagen und lassen sich flexibel verlängern.

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Das Renfe-Projekt ist Teil eines rund 3,5 Milliarden Euro schweren Erneuerungsprogramms. Es ist die erste größere Flottenerneuerung für den Madrider Nahverkehr seit fast zwanzig Jahren.

Rekordauftragsbuch, negativer Cashflow

Stadlers Bücher sind voll. Der Umsatz wuchs 2024 um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, der Reingewinn verdoppelte sich auf 100,7 Millionen Franken. Der Auftragsbestand erreichte mit 32,3 Milliarden Franken einen Rekordwert.

Für 2026 peilt das Management einen Umsatz deutlich oberhalb von 5 Milliarden Franken an — ein Wachstum von 30 bis 40 Prozent. Allerdings erwartet Finanzchef Raphael Widmer auch in diesem Jahr noch keinen positiven freien Cashflow und kein positives Nettoumlaufvermögen. Die Folge: Investoren bleiben skeptisch.

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Laut UBS-Daten trägt die Aktie eine der höchsten Short-Quoten im Schweizer Markt. Nur einer von neun Analysten spricht aktuell eine Kaufempfehlung aus. Mit einem RSI von 36,9 zeigt die Aktie bei 23,38 Euro technische Schwäche — trotz eines Plus von rund zehn Prozent in den vergangenen 30 Tagen.

Operative Altlasten kommen hinzu. Lärm- und Vibrationsprobleme an Drehgestellen stoppen die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel: 25 Fahrzeuge müssen bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachgerüstet werden. Parallel ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft, warum das Notbremssystem eines Tramlink-Modells bei einem Unfall in Mailand nicht auslöste.

Stadler erfasst Umsätze erst bei endgültiger Fahrzeugübergabe. Die monatlich geplanten Auslieferungen an Renfe könnten die Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr spürbar verbessern. Ob das reicht, zeigt der Halbjahresbericht im August 2026 — dann muss das Management konkrete Margenfortschritte liefern, nicht nur Versprechen.

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