Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail setzt seinen Wachstumskurs mit neuen Aufträgen in Südeuropa und Nordamerika sowie bedeutenden Infrastrukturinvestitionen in Zentralasien fort. Das Unternehmen sicherte sich am Dienstag einen Auftrag von FS Logistix über acht EUROLIGHT-Dual-Lokomotiven.

Diese Fahrzeuge sind für Mercitalia Shunting & Terminal bestimmt und unterstreichen die Bestrebungen des Konzerns, seine Präsenz auf dem italienischen Markt weiter zu festigen. Die neue Lokomotive soll am kommenden Dienstag gemeinsam mit Partnern wie Trenitalia auf der Branchenmesse InnoTrans in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Strategische Serviceverträge und Standorterweiterungen

Neben dem Neugeschäft mit Fahrzeugen baut Stadler Rail auch sein Dienstleistungssegment konsequent aus. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde am 10. September eine langfristige Servicevereinbarung mit CapMetro in Austin, Texas, unterzeichnet.

Stadler übernimmt dabei die technische Unterstützung und Beratung für die Ersatzteilbeschaffung von zehn GTW-Dieseltriebzügen, die auf der Red Line in der texanischen Hauptstadt verkehren. Dieser Vertrag sichert die langfristige Begleitung der Bestandsflotte und stärkt die Position des Unternehmens im US-amerikanischen Markt für Schienenservices.

Parallel dazu treibt der Konzern seine globale Infrastruktur voran. In Kasachstan investiert Stadler Rail mehr als 25 Millionen CHF in den Ausbau des Standorts Astana. Die Investitionssumme fließt in die Errichtung spezialisierter Werkstätten für das Schweißen von Aluminiumkästen sowie in neue Lackierereien.

Durch diese Erweiterung plant das Unternehmen die Schaffung von rund 100 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Region, was die strategische Bedeutung Zentralasiens für die zukünftige Produktionskapazität unterstreicht.

Potenzielle Großaufträge und Marktentwicklung

Zusätzlich zu den bereits festgeschriebenen Verträgen signalisiert Stadler Rail Interesse an weiteren europäischen Großprojekten. Medienberichten zufolge nimmt der Hersteller einen Auftrag der schottischen ScotRail ins Visier. Dabei geht es um die Lieferung von 69 Zügen, wobei die Ausschreibung zudem eine Option auf bis zu 37 weitere Fahrzeuge umfasst.

Bislang ist dieser Auftrag jedoch noch nicht offiziell vergeben worden. Ein Erfolg in Schottland würde die Auftragsbücher des Unternehmens weiter füllen und die Marktstellung im Vereinigten Königreich festigen.

An der Börse spiegelt sich die positive Nachrichtenlage der vergangenen Wochen in der Kursentwicklung wider. Mit einem aktuellen Kurs von 31,74 € verzeichnet das Papier innerhalb der letzten 30 Tage einen Zuwachs von 27 %. Damit notiert die Aktie derzeit 31 % über ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Diese Entwicklung verdeutlicht das wachsende Vertrauen der Anleger in die Expansionsstrategie und die internationale Auftragsdynamik des Schweizer Konzerns, nachdem bereits vor gut drei Wochen gemeldete Geschäftszahlen und Prognosen sowie die vor rund zwei Wochen kommunizierten Messe-Vorbereitungen für Bewegung gesorgt hatten. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf dieser Basis auf rund 3,11 Milliarden €.