Mitten in einer schwierigen Übergangsphase meldet Stadler Rail einen Großauftrag, der die Bücher bis 2029 füllt. Aus der polnischen Woiwodschaft Großpolen kommt der bislang größte Auftrag in der Geschichte dieser Region — und er trifft auf ein Unternehmen, das morgen Farbe bekennen muss.
Polen als strategischer Anker
Am 12. März unterzeichnete Stadler Rail in Posen einen Vertrag über zehn fünfteilige FLIRT-Elektrotriebzüge im Wert von rund 263 Millionen Euro — mit Option auf zehn weitere Einheiten. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 geplant. Für die Woiwodschaft Großpolen ist es der größte Einzelauftrag ihrer Selbstverwaltungsgeschichte.
Die FLIRT-Plattform ist dabei kein Zufallsprodukt: Über 3.000 Fahrzeuge dieses Typs hat Stadler in 24 Ländern verkauft, mehr als 650 davon entstanden im Werk Siedlce — dem Herzstück des polnischen Produktionsnetzwerks mit über 2.000 Mitarbeitern. Der neue Auftrag stärkt zudem den Standort Poznań, wo noch in diesem Jahr rund 20 weitere Ingenieure eingestellt werden sollen.
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Parallel übte die ÖBB eine Option auf sieben batterieelektrische Fahrzeuge aus einem bestehenden Rahmenvertrag aus, die 2028 geliefert werden sollen.
Starke Auftragslage, schwache Margen
Operativ läuft das Auftragsgeschäft. Finanziell ist das Bild komplizierter. Im Geschäftsjahr 2024 kosteten drei Naturkatastrophen rund 350 Millionen Franken Umsatz, der auf 2025 und 2026 verschoben wurde. Die EBIT-Marge sank auf 3,1 Prozent, der freie Cashflow rutschte ins Minus.
Zusätzlich belasten technische Probleme beim TINA-Tram: 50 Fahrzeuge — 25 für Darmstadt, 25 für Basel — müssen auf Kosten von Stadler nachgerüstet werden, nachdem neu konstruierte Drehgestelle Lärm- und Vibrationsprobleme verursachten. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Immerhin zeigen erste Modifikationen Wirkung: In Tests wurden die bodengebundenen Vibrationen um bis zu 51 Prozent reduziert.
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Gegenüber Wettbewerbern wie Siemens (KGV 17) und Alstom (KGV 13) notiert die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 10 — ein deutlicher Abschlag, der laut UBS auch mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Leerverkäufen einhergeht. Mit einem Minus von rund 12 Prozent in den vergangenen 30 Tagen und einem aktuellen Kurs von 19,67 Euro notiert die Aktie auf ihrem 52-Wochen-Tief.
Morgen kommt der Test
Für 2026 erwartet Stadler erstmals einen Umsatz von über 5 Milliarden Franken — ein Wachstum von 30 bis 40 Prozent, getrieben durch die aufgestauten Umsätze der Katastrophenjahre. Am 18. März veröffentlicht das Unternehmen die Jahresergebnisse 2025.
Bestätigt das Management den Umsatzausblick und zeigt Fortschritte beim Margenaufbau, könnte die Bewertungslücke zur Konkurrenz beginnen, sich zu schließen. Enttäuschen die Zahlen, dürfte der hohe Leerverkäufer-Anteil den Druck auf die Aktie spürbar verstärken.
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