Saudi Arabia Railways hat am heutigen Freitag eine bestehende Option eingelöst und zehn zusätzliche Intercity-Züge bei Stadler Rail geordert. Der Auftragswert beläuft sich auf über 300 Millionen CHF. An der Börse reagierten die Anleger erfreut auf die Nachricht: Die Aktie legte heute um 3,0 Prozent auf 32,50 Euro zu.
Mit diesem Abruf baut der Schweizer Schienenfahrzeughersteller seine Präsenz im Nahen Osten weiter aus. Neben der Lieferung des Rollmaterials umfasst die Vereinbarung auch die Ausweitung des bestehenden Wartungsvertrags, was dem Konzern langfristige Serviceerträge sichert.
Verdopplung der Flotte für die Wüstenstrecke
Durch den neuerlichen Auftrag wächst die künftige Flotte der saudi-arabischen Eisenbahngesellschaft auf insgesamt 20 Züge an. Die aktuelle Bestellung knüpft an das ursprüngliche Vertragswerk aus dem Jahr 2024 an, das damals ein Gesamtvolumen von rund 600 Millionen CHF umfasste.
Die Fahrzeuge müssen den extremen Bedingungen der Region standhalten. Um dem Wüstenklima zu trotzen, sind die Kompositionen mit speziellen Schutz- und Filtersystemen gegen Hitze und Sand ausgerüstet. Für eine hohe Ausfallsicherheit sorgen zudem zwei voneinander unabhängige Triebköpfe. Vorgesehen sind die Züge für die Ost-West-Linie des Landes, auf der sie zwischen der Hauptstadt Riad, Hofuf, Abqaiq und der Hafenstadt Dammam verkehren sollen.
Jeder Zug erreicht eine Länge von rund 175 Metern und bietet Sitzgelegenheiten für rund 320 Passagiere. Die Fertigung wird überwiegend in Schweizer Werken abgewickelt, während die Wagenkästen für die Antriebswagen am spanischen Stadler-Standort in Valencia entstehen.
Auslieferung und Fahrgastbetrieb ab 2029
Die Produktion der ersten Serie läuft bereits seit April dieses Jahres. Die nun nachbestellten Einheiten sollen sich direkt an die laufende Fertigung anschließen. Vor dem kommerziellen Einsatz ist eine Präsentation der Neuentwicklung auf der Fachmesse InnoTrans 2028 in Berlin vorgesehen. Der reguläre Fahrgastbetrieb mit den neuen Zügen soll nach aktueller Planung in der zweiten Jahreshälfte 2029 anlaufen.
Dem Abruf der Option war eine Finanzierungsvereinbarung vorausgegangen, die die Partner Ende September in Berlin unterzeichnet hatten. An dieser Vereinbarung wirken unter anderem die KfW IPEX-Bank, die Commerzbank, UBS Switzerland sowie die schweizerische Exportrisikoversicherung SERV mit.
An der Börse untermauert der Zukauf den jüngsten Erholungskurs des Papiers. Nach dem Kursplus vom Freitag notiert der Titel nur noch 3,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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