Mit der Präsentation in Turin hat der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail am heutigen Mittwoch die Auslieferung von sechs vollelektrischen Flirt-Triebzügen für das norditalienische Aostatal abgeschlossen.

Die neuen Einheiten erweitern das bestehende Bahnangebot in der alpinen Region und lösen schrittweise ältere Dieselfahrzeuge ab. An den europäischen Finanzmärkten reagiert das Papier gelassen auf den operativen Meilenstein: Im heutigen Handel legt die Aktie leicht um 0,2 Prozent auf 32,84 Euro zu.

Elektrische Flotte für den Regionalverkehr

Die im polnischen Stadler-Werk Siedlce gefertigten vierteiligen Züge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt. Jede Komposition bietet 236 Sitzplätze und ist mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet.

Für Stadler bedeutet der Abschluss der Lieferungen eine Vertiefung der Geschäftsbeziehungen in Norditalien. Das Unternehmen übernimmt zusammen mit der italienischen Eisenbahngesellschaft Trenitalia auch die Instandhaltung der neuen Züge für einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Neuzugänge ergänzen eine bereits bestehende Flotte von fünf bimodalen Flirt-Zügen, die das Aostatal im Jahr 2015 bei dem Schweizer Konzern geordert hatte. Nach Angaben italienischer Medien beläuft sich das gesamte Investitionsvolumen für die sechs Züge auf rund 86 Millionen Euro.

Finanziert wurde das Vorhaben demnach aus Mitteln des italienischen Wiederaufbaufonds PNRR, regionalen Entwicklungsfonds sowie staatlichen Budgets. Stadler selbst machte zur genauen Auftragssumme keine Angaben.

Einsparung von Treibstoff im Fokus

Die Inbetriebnahme der Züge erfolgt schrittweise und ist an den Fortschritt der laufenden Infrastrukturarbeiten gekoppelt. Insbesondere die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Ivrea und Aosta bildet die Voraussetzung für den durchgehenden Einsatz auf der Verbindung nach Turin.

Sobald die Oberleitungen vollständig in Betrieb genommen sind, verspricht der Umstieg auf den elektrischen Antrieb spürbare ökologische Effekte: Auf der Strecke sollen künftig jährlich über 500.000 Liter Dieselkraftstoff eingespart werden. Zudem prüft die Region bereits Erweiterungen der Fahrverbindungen in das benachbarte Industriezentrum Lombardei.

Zuverlässigkeit bei laufenden Großprojekten

Die pünktliche Bereitstellung der Züge in Italien fügt sich in die jüngste Serie planmäßiger Fertigstellungen ein. Erst am 2. Oktober hatte Stadler mit der Übergabe des letzten Doppelstock-InterRegio vom Typ RABe 512 die vollständige Auslieferung einer 60 Fahrzeuge umfassenden Flotte an die Schweizerischen Bundesbahnen abgeschlossen.

An der Börse untermauert der operative Fortschritt die Kursdynamik der vergangenen Monate. Das Papier notiert derzeit nur rund 2,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 33,74 Euro. Die erfolgreiche Umsetzung des italienischen Projekts stärkt Stadlers Reputation als verlässlicher Ausrüster bei der Umstellung europäischer Regionalnetze auf emissionsärmere Antriebstechnologien.