Steigende Renditen setzen die Finanzmärkte unter Druck

Robuste US-Konjunkturdaten und mögliche weitere Zinsschritte treiben Staatsanleiherenditen auf Mehrjahresstände und drücken auf Technologieaktien und Versorger.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • US-Renditen erreichen Mehrjahresstände
  • Japans Zehnjahresrendite steigt auf 3,06 Prozent
  • Fed-Gouverneur hält weitere Zinsschritte für möglich
  • Technologieaktien und Versorger geben nach

Die weltweiten Anleihemärkte geraten spürbar unter Verkaufsdruck. Weil die US-Wirtschaft überraschend robust läuft und Notenbanker weitere Zinserhöhungen andeuten, klettern die Renditen von Staatsanleihen rund um den Globus auf Mehrjahreshochs. Die steigenden Zinsen verteuern die Finanzierung für Unternehmen und belasten zeitgleich die Aktienkurse.

In den Vereinigten Staaten übersprang die Rendite fünfjähriger Staatsanleihen die Marke von 5,03 Prozent. Das ist der höchste Wert seit fast zwanzig Jahren. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Papiere hielt sich derweil bei 5,11 Prozent, einem Niveau wie zuletzt im Jahr 2007.

Der Zinsdruck erfasst auch Tokio

Die Bewegung blieb nicht auf Amerika beschränkt. An den asiatischen Handelsplätzen zogen die Renditen unmittelbar nach. In Japan kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe um acht Basispunkte auf 3,06 Prozent – ein Stand, der zuletzt im August 1996 gemessen wurde.

Auslöser der weltweiten Neubewertung sind Konjunkturdaten aus den USA, die stärker ausfielen als von Ökonomen erwartet. Die Unternehmensaktivität erreichte im September einen Mehrjahreshöchststand. Für die US-Notenbank Federal Reserve bedeutet das zusätzliche Arbeit gegen die zähe Inflation. Fed-Gouverneur Michael Barr signalisierte bereits, dass die jüngste Anhebung der Leitzinsen auf 3,75 bis 4,00 Prozent womöglich nicht ausreicht.

Belastungsprobe für Aktienmärkte

An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt um mindestens 25 Basispunkte im kommenden Monat inzwischen auf 71 Prozent beziffert. Marktteilnehmer kalkulieren bis weit ins nächste Jahr hinein mit weiteren Anhebungen.

An den Börsen hinterlässt das spürbare Bremsspuren. Vor allem zinssensible Technologietitel und Versorger gaben an der Wall Street nach. Für neue Impulse dürften an diesem Donnerstag die Reden weiterer US-Notenbanker sorgen, darunter New-York-Fed-Präsident John Williams. Zudem stehen frische Daten zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe an.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.