Der Konzern hinter Fiat, Peugeot und Jeep hat im dritten Quartal operativ zugelegt, doch das Bild bleibt gemischt. Besonders auffällig: Die Regionen drehen sich fast spiegelbildlich. Nordamerika erholt sich, Europa schreibt rote Zahlen.
Nordamerika entlastet, Europa belastet
Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 37,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 256 Millionen Euro, nach 90 Millionen im Vorjahresquartal. Die Marge liegt damit bei 0,7 Prozent. Unter dem Strich steht weiter ein Verlust von 453 Millionen Euro, allerdings rund 90 Prozent weniger als vor einem Jahr, als hohe Sonderbelastungen zu Buche schlugen.
In Nordamerika drehte die Sparte von einem bereinigten operativen Verlust von 475 Millionen Euro auf einen Gewinn von 64 Millionen Euro. Die Auslieferungen sanken dort um 12 Prozent, vor allem wegen geplanter Produktionspausen bei Jeep-Modellen wie Grand Cherokee und Compass.
In Europa lief es umgekehrt. Die Auslieferungen legten um 10 Prozent zu, getragen von Fiat Grande Panda, Fiat 500 Hybrid und weiteren Modellen. Dennoch steht ein bereinigter operativer Verlust von 311 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 157 Millionen Euro im Vorjahr. Mehr Volumen brachte also keine Marge.
Südamerika blieb mit 431 Millionen Euro der ertragsstärkste Block. Im Nahen Osten und in Afrika fielen die Auslieferungen um 21 Prozent, vor allem wegen schwächerer Mengen in der Türkei.
Cash-Abfluss und Prognose
Der Industriegeschäft verbrannte im Quartal rund vier Milliarden Euro an freiem Cashflow. Das sind 295 Millionen Euro weniger Abfluss als vor einem Jahr. Die Liquidität im Industriegeschäft beträgt 42,7 Milliarden Euro.
Hintergrund ist die teure Kehrtwende weg vom Elektrokurs in den USA. Wegfallende Kaufanreize und geänderte Rahmenbedingungen zwangen den Konzern zu Abschreibungen in Milliardenhöhe. Hinzu kommen hohe Zahlungen an das Zuliefernetz.
Konzernchef Antonio Filosa sieht den Plan „FaSTLAne 2030″ auf Kurs. Das Programm zur Wertsteigerung habe bereits positive Beiträge geliefert.
Die Jahresprognose bleibt bestehen: Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, die bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Bereich liegen. Für 2026 erwartet Stellantis einen verbesserten freien Cashflow, darin enthalten sind rund 1,6 Milliarden Euro an Zahlungen für Belastungen aus dem zweiten Halbjahr 2025. Ein positiver Industrie-Cashflow wird für 2027 angestrebt.
Die Aktie legte in Amsterdam zeitweise knapp drei Prozent auf 3,817 Euro zu. Anleger honorieren offenbar, dass die Prognose steht und die Marge zumindest die Richtung gewechselt hat.
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