Während Mailand heute deutlich nachgab, schloss Stellantis im Plus. Der Leitindex Italy 40 fiel um 2,39 Prozent auf ein neues Dreimonatstief, die Aktie des Autobauers gewann dagegen 1,36 Prozent auf 4,13 Euro. Damit zählte sie zu den besten Werten des Tages.

Zeitweise sechs Prozent im Plus

Im Tagesverlauf lag der Kurs deutlich höher. In Paris sprangen die Papiere zwischenzeitlich um gut sechs Prozent nach oben und gaben den Großteil der Gewinne später wieder ab. Am frühen Nachmittag stand noch ein Plus von gut einem Prozent.

Auslöser waren Berichte über mögliche EU-Maßnahmen gegen chinesische Hybridfahrzeuge. Die Europäische Kommission könnte Importbeschränkungen verhängen, weil die Verkäufe in China gebauter Hybride in Europa stark gestiegen sind. Sie machen inzwischen rund ein Viertel des Gesamtabsatzes aus.

Die Analysten von Oxcap Analytics sehen darin einen Hinweis, dass Brüssel einen schnelleren WTO-Schutzmechanismus erwägt. Dieser erlaubt temporäre Strafzölle oder Quoten. Das wäre laut Oxcap „ein wesentlicher positiver Faktor“ für Massenhersteller wie Stellantis, Renault und Volkswagen, die besonders unter der chinesischen Konkurrenz leiden. Premiumhersteller würden weniger profitieren.

Schwaches Umfeld bremst den Sektor

Der Schwung hielt im Sektor nicht lange. Der europäische Autoindex rutschte am Vormittag ins Minus und lag zuletzt rund 0,6 Prozent tiefer. Belastet wurde er von einem erneut steigenden Ölpreis und hohen Anleiherenditen, die konjunktursensible Werte treffen.

Besonders schwach zeigten sich Premiumwerte. Mercedes-Benz verlor 3,6 Prozent, nachdem ein erneuter Einbruch in China die Verkäufe im dritten Quartal belastet hatte. BMW gab im Sog um 3 Prozent nach.

Die Verteilung spricht für Stellantis: Der Konzern gilt als Profiteur möglicher Schutzmaßnahmen, ohne so stark vom Chinageschäft abzuhängen wie die deutschen Premiumhersteller. Ob die Kommission tatsächlich Beschränkungen beschließt, ist bislang offen.

Die Berichte beruhen auf Informationen von Insidern, eine offizielle Ankündigung liegt nicht vor. Sollte Brüssel konkrete Maßnahmen vorlegen, dürfte die Aktie auf die Details empfindlich reagieren, denn der heutige Kurssprung zeigt, wie viel Hoffnung im Papier steckt.