22,3 Milliarden Euro Verlust – diese Zahl hallte gestern durch die Finanzwelt, als Stellantis seine Jahresergebnisse für 2025 vorlegte. Die Opel-Mutter musste massiv auf ihre E-Auto-Strategie abschreiben, nachdem Donald Trump in den USA den Stecker bei Subventionen zog. Doch während die Zahlen brutal aussehen, reagierte die Aktie überraschend positiv. Was steckt dahinter?
Abschreibungs-Orkan trifft den Konzern
Die Dimensionen sind gewaltig: Insgesamt 25,4 Milliarden Euro musste der Autobauer mit seinen Marken Jeep, Peugeot, Fiat und Chrysler im Gesamtjahr 2025 abschreiben. Der Großteil entfiel auf die zweite Jahreshälfte, als Trump die Elektroförderung kippte und die Nachfrage nach E-Modellen in den USA einbrach. Auch bereinigt um diese Sondereffekte sieht es düster aus: Das operative Ergebnis lag bei minus 842 Millionen Euro, die Marge rutschte auf minus 0,5 Prozent. Sowohl in Nordamerika – einst die Cash-Cow mit fetten Margen auf Pick-ups und SUVs – als auch in Europa schrieb Stellantis rote Zahlen.
Konzernchef Antonio Filosa, eigentlich angetreten, um den Laden operativ wieder flott zu machen, musste zunächst ein brutales Großreinemachen starten. Die strategische Kehrtwende ist radikal: Elektromodelle werden gestrichen, Verbrenner und Hybride rücken wieder in den Fokus, Produktionslinien werden umgebaut. Rund 6,5 Milliarden Euro an Barmittelabflüssen werden über vier Jahre gestreckt – erst 2027 rechnet das Management wieder mit positivem Free Cashflow im Fahrzeuggeschäft.
Warum die Aktie dennoch anzog
Trotz der verheerenden Zahlen legte die Aktie gestern in Mailand um 6,7 Prozent auf 6,94 Euro zu. Der Grund: Filosa machte den Anlegern Hoffnung. In einer Analystenkonferenz betonte er, dass ausgerechnet Nordamerika 2026 den größten Beitrag zur Ergebniswende leisten dürfte. Die Region, die zuletzt massiv unter Druck stand, soll also der Hebel für die Rückkehr in die Gewinnzone werden.
Für 2026 bestätigte Stellantis die bereits bekannte Prognose: Der Umsatz soll um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen, die operative Marge im niedrigen einstelligen Bereich landen. Dividende gibt es keine – logisch bei dieser Ausgangslage. RBC-Analyst Tom Narayan vermutet, dass sich Investoren weniger auf die vermasselten 2025er-Zahlen konzentrieren, sondern auf die Erholungsstory 2026. Die Frage bleibt allerdings: Kann Filosa den Turnaround wirklich schaffen?
Ernüchternde Perspektive
Der Kurssprung von gestern wirkt wie ein Hoffnungsschimmer in tiefer Nacht. Denn die Aktie notiert weiterhin meilenweit unter ihrem Niveau vom Jahresanfang, als noch knapp 10 Euro auf der Anzeigetafel standen. Vor knapp zwei Jahren waren es sogar über 27 Euro. Auch General Motors und Ford mussten Milliarden auf ihre E-Strategien abschreiben – Stellantis steht mit dem Problem nicht allein da, aber die Dimensionen sind erschreckend.
Die nächsten Quartale werden zeigen, ob das Management tatsächlich liefern kann. Dass der Markt gestern überhaupt positiv reagierte, dürfte vor allem daran liegen, dass die Hiobsbotschaften schon vorab kommuniziert wurden. Für eine echte Erholung braucht es aber mehr als warme Worte – es braucht Taten und schwarze Zahlen.
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