Technische Probleme bei der Ram-Modellreihe
Der Automobilkonzern Stellantis sieht sich auf dem nordamerikanischen Markt mit neuen Qualitätsproblemen konfrontiert. Die Konzerntochter FCA US LLC rief gestern 16.385 Pick-up-Trucks des Typs Ram 1500 aus dem Modelljahr 2026 zurück.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, könnten Reifendrucksensoren bei der Montage beschädigt worden sein, was Warnungen vor zu geringem Reifendruck verhindern könnte. Stellantis gab bekannt, dass dem Unternehmen keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Zustand vorliegen.
Die aktuelle Maßnahme folgt auf einen deutlich größeren Rückruf zu Wochenbeginn. Am Dienstag beorderte FCA US LLC in den USA bereits 265.512 Ram ProMaster Transporter der Modelljahre 2022 bis 2026 zurück. Ursache ist ein möglicher Defekt an der elektrischen Servolenkung. In diesem Fall ist dem Hersteller nach eigenen Angaben ein Zwischenfall ohne Personenschaden bekannt.
Operative Belastungen und Absatzzahlen
Die Häufung technischer Nachbesserungen fällt in eine Phase spürbarer operativer Belastungen. In Nordamerika belasten neben Produktmängeln auch Spannungen an den Produktionsstandorten das Geschäft. Stellantis reagiert an verschiedenen Stellen mit vorübergehenden Fertigungspausen auf Zölle und veränderte Nachfragemuster.
Dabei zeigte sich der US-Verkauf im abgelaufenen Vierteljahr noch stabil. Im dritten Quartal 2026 setzte Stellantis in den Vereinigten Staaten 324.277 Fahrzeuge ab, was im Jahresvergleich nahezu unverändert blieb. Über die ersten neun Monate legten die US-Auslieferungen um 3,3 Prozent auf 958.463 Einheiten zu.
Gleichzeitig verschärft sich die Lage an den Fertigungsstandorten in Nordamerika. Medienberichten zufolge legt das Werk im kanadischen Windsor die Produktion für mehrere Wochen im Herbst still. Parallel dazu bereitet die kanadische Gewerkschaft Unifor eine Streikabstimmung für Stellantis-Beschäftigte vor. Hintergrund sind festgefahrene Tarifgespräche über Jobsicherheit sowie der geplante Verkauf des Montagewerks in Brampton.
Auf technologischer Seite setzt der Hersteller derweil zukunftsorientierte Impulse. Auf einer Fachkonferenz in Turin demonstrierte Stellantis gemeinsam mit dem Partner Wayve automatisierte Fahrtechnologie auf Basis künstlicher Intelligenz.
Kurs bleibt auf Jahressicht stark im Minus
An der Börse reagieren die Marktteilnehmer verhalten auf die jüngste Nachrichtenlage. Im heutigen Handel legt die Stellantis-Aktie leicht um 0,9 Prozent zu und steht bei 4,07 Euro.
Auf längere Sicht spiegelt die Bewertung jedoch die anhaltenden operativen Hürden wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 57 Prozent. Investoren fordern klare Belege dafür, dass Qualitätskontrolle und Kostenmanagement wieder greifen.
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