Stellantis macht ernst mit autonomen Fahrzeugen in Europa. Der Autohersteller hat am 9. Dezember 2025 eine Kooperation mit der estnischen Mobilitätsplattform Bolt bekannt gegeben. Ziel: vollautonome Fahrdienste ohne menschlichen Fahrer auf den Straßen des Kontinents etablieren.

Die Partnerschaft kombiniert die autonom-fahrbereiten Plattformen von Stellantis mit dem weitverzweigten Netz von Bolt. Der in Tallinn ansässige Mobilitätsanbieter ist derzeit in über 50 Ländern aktiv, davon allein in 23 EU-Mitgliedstaaten. Diese Reichweite dürfte für Stellantis ein entscheidender Vorteil sein.

Ehrgeizige Ziele bis 2035

Bolt plant, die autonomen Fahrzeuge des Automobilkonzerns direkt in seine bestehende Ridesharing-Plattform zu integrieren. Die Vision: fahrerlose Taxifahrten auf Level-4-Autonomie – also ohne menschliches Eingreifen in definierten Betriebsbereichen. Bis 2035 sollen satte 100.000 autonome Fahrzeuge über die Bolt-Plattform verfügbar sein.

Der Zeitplan wirkt ambitioniert, aber durchdacht. Ab 2026 beginnen Testfahrten in ausgewählten europäischen Ländern. Die industrielle Serienproduktion ist für 2029 anvisiert – noch knapp vier Jahre entfernt.

Regulierung als Knackpunkt?

Beide Unternehmen betonen die enge Zusammenarbeit mit europäischen Aufsichtsbehörden. Tests, Zertifizierung und Skalierung sollen vollständig mit den geltenden Sicherheits-, Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards übereinstimmen. Ein notwendiger Schritt, denn gerade in Europa gelten strenge Auflagen für autonome Fahrsysteme.

Die Ankündigung zeigt: Stellantis positioniert sich gezielt im Wettrennen um die Robotaxi-Zukunft Europas. Während Tesla und Waymo vor allem auf den US-Markt fokussieren, könnte der europäische Kontinent für Stellantis zum strategischen Heimvorteil werden.