Während der US-Automarkt im August um mehr als sechs Prozent einbrach, hat Stellantis seine Verkäufe gesteigert. Der Konzern setzte in den USA 108.040 Fahrzeuge ab, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hebt sich das Unternehmen deutlich vom Branchentrend ab – General Motors verlor 11,4 Prozent, Ford 11,2 Prozent, Volkswagen sogar 15,7 Prozent.

Ram und Jeep als Wachstumstreiber

Getragen wurde der August-Erfolg von den US-Kernmarken. Ram verkaufte mehr als 45.000 Fahrzeuge, Jeep über 43.000, Chrysler mehr als 10.000 und Dodge über 8.600 Einheiten. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im zweiten Quartal sichtbar war: Stellantis meldete für Q2 2026 ein Plus von sechs Prozent bei den US-Verkäufen – das vierte Wachstumsquartal in Folge. Der Marktanteil in den USA liegt inzwischen bei 7,4 Prozent.

Der Kontrast zur Konkurrenz ist bemerkenswert. Toyota verzeichnete im August ein Minus von 4,4 Prozent, lediglich Honda kam mit einem leichten Plus von einem Prozent noch in die Nähe der Stellantis-Zahlen. Für einen Konzern, der in den vergangenen Jahren in den USA mit Preisnachlässen und Lagerbeständen kämpfte, sind die anhaltenden Zuwächse ein Signal, dass die operative Neuausrichtung in Nordamerika greift.

Kurs bleibt trotz guter Nachrichten unter Druck

An der Börse spiegelt sich diese operative Stabilisierung bislang kaum wider. Die Aktie notiert bei 4,55 Euro und damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 4,38 Euro, das erst kürzlich markiert wurde.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 10,49 Euro aus dem Dezember beträgt weiterhin 57 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Kursverlust von 52 Prozent zu Buche, in den vergangenen 30 Tagen ging es um weitere zehn Prozent nach unten.

Diese Diskrepanz zwischen operativen US-Erfolgen und Kursentwicklung erklärt sich zum Teil aus der Gemengelage der vergangenen Wochen: Ein Fahrzeugrückruf vor rund zwei Wochen hatte die Aktie zunächst belastet, seither aber um 2,5 Prozent zulegen lassen.

Die Absichtserklärung mit Jaguar Land Rover vor gut drei Wochen führte dagegen zu einem Kursrückgang von 1,8 Prozent. Anleger bewerten die Konzernperspektive damit offensichtlich weiterhin vorsichtig, obwohl das US-Geschäft – lange ein Sorgenkind – nun vier Quartale in Folge Wachstum liefert.

Randnotizen aus dem Konzernumfeld

Am Rande der Berichterstattung über Stellantis tauchte der Konzern auch als Investor auf: Neben Uber und Nvidia zählt Stellantis zu den Geldgebern des Fahrassistenz-Unternehmens Wayve, das seine Technologie nun für Ubers ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst in London liefert.

Zudem musste sich die Konzernmarke Chrysler in den USA in einem Sammelklageverfahren um angebliche Garantieverstöße nicht mit den inhaltlichen Vorwürfen auseinandersetzen – eine Bundesrichterin wies die Klage von Klägern aus sieben Bundesstaaten ab, da diese keine konkrete Rechtsverletzung durch fehlende Garantieverlängerungen nachweisen konnten.

Für Anleger bleibt die technische Chartlage angespannt: Der Kurs notiert sowohl unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,84 Euro als auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 6,73 Euro. Die US-Verkaufszahlen liefern zwar operative Argumente für eine Stabilisierung, an der grundsätzlich schwachen Kursverfassung des Papiers hat dies bislang jedoch nichts geändert.