Nach einer Phase der Spekulationen herrscht Klarheit über die künftige Eigenständigkeit der Steyr Motors AG. Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings hat sein nicht-bindendes Übernahmeangebot für den österreichischen Motorenexperten offiziell zurückgezogen. Die Nachricht löste an den Märkten zunächst Volatilität aus, nachdem das Unternehmen bereits am Dienstagabend per Ad-hoc-Mitteilung über die laufenden Gespräche informiert hatte. Am heutigen Donnerstag notiert die Aktie bei 37,44 € und verzeichnet damit ein Plus von 2,86 %.

Analysten sehen trotz geplatztem Deal Potenzial

Trotz des Rückzugs des Bieters aus den USA bleiben Marktbeobachter für die weitere Entwicklung von Steyr Motors zuversichtlich. Die Analysten der NuWays AG bestätigten heute ihre Einstufung auf „BUY“ und rufen ein Kursziel von 53 € aus. Die Bewertung basiert auf einem Discounted-Cashflow-Modell und berücksichtigt den Umstand, dass Steyr Motors nun weiterhin als eigenständiger Akteur am Markt agieren wird. Die Experten wiesen darauf hin, dass das Interesse von Red Cat Holdings, die eine Marktkapitalisierung von über einer Milliarde US-Dollar aufweisen, die strategische Relevanz der Österreicher unterstreiche.

Zwar senkte NuWays die kurzfristigen Schätzungen leicht unter die bisherige Unternehmens-Guidance, doch die fundamentale Basis wird als stabil bewertet. Der aktuelle Aktienkurs liegt mit einem Plus von 9,21 % deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,28 €, was auf ein anhaltendes Interesse der Anleger hindeutet. Gleichzeitig notiert das Papier noch mit einem Abstand von rund 36,11 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, was Raum für Erholungsbewegungen lässt.

Hoher Auftragsbestand und Fokus auf Wachstumsmärkte

Die operativen Kennzahlen des Unternehmens stützen die positive Einschätzung der Analysten. Steyr Motors verfügt über einen beachtlichen Auftragsbestand von mehr als 300 Millionen €. Davon entfallen nach aktuellen Berichten jedoch lediglich rund 37 Millionen € auf das laufende Geschäftsjahr 2026, was die langfristige Ausrichtung der Projekte verdeutlicht. Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt der Markt für unbemannte Wasserfahrzeuge (USVs), in dem das Unternehmen eine starke Position einnimmt.

Für die kommenden Jahre zeichnen sich zudem konkrete Großaufträge ab. So hat das Unternehmen Urovesa einen Fünfjahresvertrag mit dem spanischen Verteidigungsministerium gewonnen, der ab Januar 2027 wirksam wird. Parallel dazu schreibt das österreichische Bundesheer derzeit die Beschaffung von 800 Fahrzeugen aus, für die Steyr Motors als wichtiger Zulieferer gilt. Auch der vormalige Bieter Red Cat plant im Rahmen seiner „Blue Ops“-Strategie für das Jahr 2027 die Fertigung von über 1.000 unbemannten Einheiten, was die hohe Nachfrage im Sektor unterstreicht.