Steyr Motors verlässt das klassische Motorengeschäft ein Stück weit. Der österreichische Hersteller kooperiert mit dem Drohnenspezialisten Avilus und liefert die Energieversorgung für das unbemannte Luftfahrtsystem Grille. Für das Unternehmen ist das ein neues Anwendungsfeld abseits von Panzern und Booten.
Generator lädt während des Flugs
Im Zentrum steht die neu entwickelte M12 Power Unit. Sie versorgt die Grille am Boden mit Strom und lädt parallel zum Flug einen zweiten Akkusatz. Nach der Landung werden die Akkus getauscht, die Drohne ist rasch wieder startklar. Der Dieselverbrauch liegt bei rund 15 Litern pro Flug.
Die Grille 9X von Avilus ist vollelektrisch und autonom. Sie soll Verwundete evakuieren sowie Nachschub und Logistik transportieren, bei einer Nutzlast von bis zu 175 Kilogramm. Der Akkuwechsel dauert nach Unternehmensangaben nur etwa eine Minute.
Die Energieeinheit passt in einen 20-Fuß-ISO-Container und lässt sich je nach Bedarf modular erweitern. Genau diese hohe Leistungsdichte betonen beide Seiten.
Erprobung bei der Bundeswehr
Die Generatoren laufen laut Steyr Motors bereits in Flugversuchen und bei Bundeswehrübungen. Zuletzt wurde das System bei der ExpS Land demonstriert, auch vor Verteidigungsminister Boris Pistorius. Das gibt dem Projekt militärische Praxisnähe.
CEO Julian Cassutti sieht darüber hinaus Potenzial für den Generator in weiteren Anwendungen, etwa bei Drohnensystemen und in der Drohnenabwehr. Konkrete Aufträge oder Stückzahlen nennt das Unternehmen nicht. Finanzielle Effekte der Kooperation sind damit offen.
Kontext für die Aktie
Die Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger genau hinschauen. Die Aktie hatte 2025 eine steile Rallye bis auf 390 Euro erlebt. Zuletzt belasteten die gekürzte Prognose und der gestrichene Mittelfristausblick die Stimmung. Marktbeobachter dürften die Drohnen-Kooperation als Versuch werten, neue Wachstumsfelder zu belegen.
Ob daraus messbare Umsätze entstehen, hängt von Folgeaufträgen ab. Solange diese fehlen, bleibt die Kooperation vor allem ein technologischer Referenzfall mit Bundeswehr-Bezug und ein Hinweis auf die Strategie, Generatortechnik außerhalb klassischer Antriebe zu vermarkten.
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