Nach dem Börsenrückzug rücken die Fundamentaldaten in den Mittelpunkt. Die Hauptversammlung der STINAG Stuttgart Invest AG hat das bestätigt — und ein laufendes Kaufangebot gibt Aktionären noch bis Freitag eine konkrete Entscheidung ab.

Nahezu einstimmige Beschlüsse

Die ordentliche Hauptversammlung fand am 27. Mai 2026 in der Stuttgarter Liederhalle statt. Alle Tagesordnungspunkte passierten mit außergewöhnlich hohen Mehrheiten.

Beim Gewinnverwendungsbeschluss stimmten 99,93 Prozent der abgegebenen Stimmen mit Ja. Das entsprach 88,10 Prozent des Grundkapitals. Die übrigen Beschlüsse — Entlastungen, Prüferwahl, Ermächtigung zur Aktieneinziehung und Aufsichtsratswahl — lagen zwischen 99,82 und 99,89 Prozent Zustimmung.

Das Delisting und was dahinter steckt

Das vollzogene Delisting beherrschte die Generaldebatte. Im November 2025 hatte STINAG offiziell den Antrag auf Widerruf der Börseneinbeziehung gestellt. Die Begründung war knapp: Von der Notierung erwartet das Unternehmen keine Vorteile mehr.

Ohne laufenden Börsenkurs gewinnen die operativen Kennzahlen an Gewicht. STINAG bewirtschaftet rund 114.500 Quadratmeter Nutzfläche. Die Nettomieterlöse stiegen 2025 leicht auf 25,1 Millionen Euro, nach 24,9 Millionen Euro im Vorjahr. Ergänzt wird das Portfolio durch ein Windparkportfolio in Frankreich mit rund 38 Megawatt Gesamtleistung.

Kaufangebot läuft noch bis 3. Juli

Wer verkaufen will, hat noch wenige Tage Zeit. Die Taunus Capital Management AG aus Frankfurt bietet 8,75 Euro je Aktie — allerdings maximal für 50.000 Aktien. Das Angebot endet am 3. Juli 2026 um 18:00 Uhr.

Zum Vergleich: Beim Delisting hatte die Brasserie-Holding 15,50 Euro je Aktie geboten. Das aktuelle Angebot liegt damit gut 43 Prozent darunter. Wer investiert bleibt, orientiert sich künftig an Jahresabschlüssen und HV-Unterlagen — der nächste Ankerpunkt ist der Jahresabschluss 2026.