Der Höhenflug der europäischen Chipwerte findet am Freitag ein jähes Ende. STMicroelectronics verliert 2,46 Prozent auf 63,56 Euro. Die Talfahrt ist Teil einer breiten Korrektur im Technologiesektor.
Chip-Sektor unter Druck
Der STOXX 600 Technologieindex startet mit deutlichen Verlusten in den Handel. Infineon gibt 2,9 Prozent nach. Noch stärker trifft es BE Semiconductor mit minus 3,5 Prozent.
Dabei sah die Woche für die Branche ganz anders aus. Am Donnerstag sorgte Micron Technology für Aufsehen. Der US-Chiphersteller legte außergewöhnlich starke Quartalszahlen vor, die Prognosen übertrafen. Die Folge: ein kurzer, heftiger Kurssprung bei den europäischen Wettbewerbern.
Jetzt kehrt die Ernüchterung zurück.
Die Gründe sind vielschichtig. Apple hat die Preise für MacBooks und iPads um bis zu 25 Prozent erhöht. Grund sind steigende Speicherchipkosten, angetrieben durch die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Diese sogenannte „Memory-Steuer“ belastet die gesamte Lieferkette.
Hinzu kommt ein struktureller Umschwung. Investoren ziehen Kapital aus wachstumsstarken Technologiewerten ab und stecken es in defensivere Branchen wie Gesundheitswesen und Industrie.
Langfristig bleibt die Euphorie intakt
Der kurzfristige Rücksetzer ändert nichts an der außergewöhnlichen Jahresbilanz. Seit Januar hat sich der STMicroelectronics-Kurs um 171,6 Prozent verteuert. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 147 Prozent.
Der aktuelle Kurs liegt 10,2 Prozent unter dem Rekordhoch von 70,80 Euro aus dem Juni. Der RSI von 52,4 deutet auf eine neutrale Verfassung hin. Weit über der 200-Tage-Linie bei 32,56 Euro notiert die Aktie immer noch.
Ein Korrektur-Schub nach der rasanten Rallye der ersten Jahreshälfte. Die Februar-Zahlen zu den US-Verbraucherpreisen und die Unsicherheit über die Zinspolitik der Notenbanken belasten zusätzlich. Für STMicroelectronics entscheidet sich in den kommenden Monaten, ob die aktuelle Bewertung tragfähig bleibt. Die Stabilität der globalen Chip-Lieferkette wird dabei zum entscheidenden Faktor.
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