STMicroelectronics setzt für das künftige Wachstum verstärkt auf die Ausrüstung von Serverfarmen. Wie Reuters berichtete, hob das Halbleiterunternehmen seine Erwartungen für das Geschäft mit Rechenzentren für das Jahr 2026 auf über eine Milliarde US-Dollar an.
Für 2027 peilt das Management bereits einen Wert von deutlich über zwei Milliarden US-Dollar an. An der Börse geriet das Papier am heutigen Montag dennoch unter Druck: Die Aktie verliert 6,1 Prozent auf 41,72 Euro.
Glasfasertechnik als dominierender Umsatzträger
Auf einer Branchenkonferenz in New York gab Lorenzo Grandi, President und CFO von STMicroelectronics, tiefere Einblicke in die geplante Zusammensetzung dieser Erlöse. Demnach sollen rund 80 Prozent des für 2027 anvisierten KI-Rechenzentrumsumsatzes auf Chips für optische Glasfaser-Datenverbindungen entfallen. Die verbleibenden 20 Prozent teilen sich Chipsätze für Kühlsysteme sowie Stromwandler auf Serverebene.
Gleichzeitig dämpfte das Management überzogene Erwartungen an eine rasche Monetarisierung im Segment der Server-Stromversorgung. Wesentliche Umsatzbeiträge aus der Energieversorgung von Servern seien nicht vor 2028 zu erwarten, betonte Grandi. Der Ausbau der Produktpalette folgt damit einem gestaffelten Zeitplan, der vorerst vor allem von der Nachfrage nach optischen Hochgeschwindigkeitsverbindungen getragen wird.
Analysten blicken über das Jahr 2028 hinaus
Für Anleger bedeutet dieser Ausblick eine Verschiebung relevanter Umsatzimpulse in die zweite Hälfte des Jahrzehnts. Während die optische Übertragungstechnik die kurz- bis mittelfristige Basis bildet, bleibt das Stromversorgungsgeschäft eine längerfristige Perspektive.
Aufseiten der Experten stößt die strategische Ausrichtung dennoch auf Zuspruch. Das Analysehaus Berenberg bestätigte am vergangenen Mittwoch seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 68 Euro. Zur Begründung hieß es, dass sich der aktuelle Halbleiter-Investitionszyklus voraussichtlich bis über das Jahr 2028 hinaus erstrecken werde.
Mit dem jüngsten Kursrückgang wächst der Abstand zu früheren Spitzenmarken weiter an: Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 70,80 Euro notiert das Papier inzwischen 41 Prozent tiefer. Anleger müssen nun abwägen, ob die avisierte Umsatzexpansion in den kommenden zwei Jahren ausreicht, um die Zurückhaltung bis zum Hochlauf der Stromversorgungssparte zu überbrücken.
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