Die Chip-Branche erlebt den schlimmsten Tag seit dem Corona-Crash. Am Freitag verlor der gesamte Sektor rund 1,3 Billionen US-Dollar an Börsenwert. Super Micro Computer stürzte um 11,22 Prozent auf 41,64 Dollar ab.

Zinssorgen erschüttern den Tech-Sektor

Auslöser waren überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten: 172.000 neue Stellen im Mai, weit mehr als erwartet. Die Folge: Zinssenkungshoffnungen verpufften, Anleiherenditen zogen an. Der Philadelphia Semiconductor Index brach um 10,3 Prozent ein – der heftigste Tagesverlust seit März 2020.

Mitten in diesem Sturm verarbeitet Super Micro seine eigenen Zahlen. Der Server-Spezialist steigerte den Umsatz im dritten Fiskalquartal auf 10,2 Milliarden Dollar, blieb damit aber hinter den erwarteten 12,3 Milliarden zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 84 Cent übertraf die Schätzungen dagegen deutlich.

Hinzu kommen regulatorische Altlasten. Erst im Frühjahr wurde ein neuer Chief Compliance Officer eingesetzt, nachdem Ermittlungen zu Exportpraktiken angelaufen waren.

Technische Lage und Ausblick

Trotz der jüngsten Verluste notiert die Aktie seit Jahresbeginn 34,5 Prozent im Plus. Der RSI liegt bei 58,3 – weder überkauft noch überverkauft. Der 200-Tage-Durchschnitt von 35,13 Dollar wurde zuletzt klar überschritten.

In der neuen Woche richten sich alle Blicke auf die US-Inflationsdaten. Am Mittwoch folgen die Verbraucherpreise, am Donnerstag die Erzeugerpreise. Sie dürften der nächste Impuls für die Zinserwartungen sein. Parallel dazu warten weitere Tech-Größen mit ihren Quartalszahlen – der KI-Infrastruktur-Boom steht auf dem Prüfstand.