Ein neues Allzeittief, ein Upgrade der DZ Bank, ein frischer BlackRock-Einstieg — und trotzdem fällt die Aktie weiter. Was bei TeamViewer gerade passiert, illustriert ein klassisches Dilemma: Günstig ist nicht gleichbedeutend mit kaufenswert, solange das strukturelle Problem ungelöst bleibt.
Am 30. März markierte das Papier bei 4,35 Euro einen neuen historischen Tiefstand. Seit Mai 2025 hat die Aktie mehr als 62 Prozent verloren, auf Jahressicht beträgt das Minus rund 27 Prozent.
DZ Bank sieht Unterbewertung — der Markt sieht es anders
Analyst Armin Kremser von der DZ Bank stufte TeamViewer zuletzt von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und nannte das Papier „extrem unterbewertet“. Das KGV liegt unter 4, der operative Cashflow überstieg seit 2020 fast durchgängig die 200-Millionen-Euro-Marke pro Jahr. Den fairen Wert setzt die DZ Bank bei 6,50 Euro an — mehr als 40 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Kremser verwies zudem auf eine Leerverkaufsquote von rund 12 Prozent: Sollten Short-Seller ihre Positionen schließen, könnte das den Kurs vorübergehend stützen. AQR Capital Management hält allein eine Netto-Short-Position von über 4,5 Prozent — ein Hinweis, dass institutionelle Investoren auf weitere Kursschwäche setzen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TeamViewer?
Auch BlackRock meldete zuletzt eine Schwellenberührung und hält nun insgesamt 4,83 Prozent an TeamViewer. Impulse für eine Trendwende lieferte das bislang nicht.
Enterprise wächst, KMU bricht weg
Der eigentliche Grund für die anhaltende Skepsis liegt im Geschäftsmodell selbst. Das Enterprise-Segment legte 2025 beim Umsatz und beim annualisierten Wiederkehrerlös (ARR) um 11 Prozent zu und steuert mittlerweile mehr als 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei — unter anderem dank des größten Frontline-Deals der Unternehmensgeschichte in den USA.
Das Massenmarktgeschäft entwickelt sich entgegengesetzt. Im KMU-Segment sank der ARR im vierten Quartal 2025 um ein Prozent, die Abonnentenzahl fiel gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 631.400. Wachstum auf der einen Seite, strukturelle Erosion auf der anderen — das Bild bleibt gespalten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TeamViewer?
Für 2026 erwartet das Management um CEO Oliver Steil währungsbereinigt eine Stagnation bis zu 3 Prozent Umsatzwachstum. Die bereinigte EBIT-Marge soll bei rund 43 Prozent liegen.
Hannover Messe und Q1-Zahlen als nächste Belastungsprobe
Seit dem 23. März ist TeamViewer offiziell im SDAX — was geringere Liquidität und damit stärkere Kursschwankungen bedeutet. Den Abstieg aus dem MDAX hat das Papier charttechnisch bereits eingepreist.
Auf der Hannover Messe (20. bis 24. April) präsentiert TeamViewer gemeinsam mit Cybus eine industrielle Qualitätskontrolllösung. Am 6. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026. Dann zeigt sich erstmals konkret, ob das Enterprise-Segment stark genug wächst, um die anhaltenden Abonnentenverluste im KMU-Bereich bilanziell zu kompensieren — und ob die Bewertungsargumente der DZ Bank beim Markt endlich Gehör finden.
TeamViewer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TeamViewer-Analyse vom 1. April liefert die Antwort:
Die neusten TeamViewer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TeamViewer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TeamViewer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


