TeamViewer fällt heute nicht mit einer spektakulären Nachricht auf, sondern mit einem auffälligen Widerspruch. Die Aktie wird an der Börse stark gehandelt, bleibt aber operativ und bei den Erwartungen in einer engen Spanne. Genau das macht den Titel für Value-orientierte Anleger interessant.
Am Freitag rutschten die Papiere im XETRA-Handel zeitweise ab und standen am Nachmittag bei 5,99 Euro. Das entspricht einem Minus von 2,60 Prozent. Seit Jahresanfang bewegt sich der Kurs kaum. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit 44,01 Prozent groß.
Günstige Bewertung, gedämpfte Fantasie
Der eigentliche Blickfang ist die Bewertung. TeamViewer kommt auf ein geschätztes KGV von 6,02 und gehört damit zu den niedrig bewerteten Werten im TecDAX. Das ist günstig. Der Markt preist also wenig Wachstum und wenig Überraschungspotenzial ein.
Das hohe Handelsvolumen im SDAX passt in dieses Bild. Viele Marktteilnehmer scheinen die Aktie neu zu sortieren, ohne ihr eine klare Richtung zu geben. Der Kurs liegt fast auf dem 200-Tage-Durchschnitt von 5,94 Euro, bleibt aber deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 5,13 Euro.
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Zahlen liefern nur begrenzt Schwung
Die jüngsten Quartalszahlen haben keinen klaren Befreiungsschlag geliefert. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 183,2 Millionen Euro und damit währungsbereinigt leicht unter Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg auf 83,0 Millionen Euro, die Marge lag bei 45,3 Prozent.
Der Gewinn je Aktie verbesserte sich auf 0,22 Euro. Für das Gesamtjahr hält das Management an der Prognose fest. Erwartet werden ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 0 bis 3 Prozent und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 43 Prozent.
Analysten bleiben gespalten
Auch bei den Analysten ergibt sich kein einheitliches Bild. Der Konsens der Investor-Relations-Seite liegt bei 8,10 Euro, das Median-Kursziel bei 7,30 Euro. Die Spanne ist aber groß.
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RBC bleibt bei 13,00 Euro. Deutsche Bank sieht 6,50 Euro, Berenberg 6,70 Euro. Goldman Sachs nennt 5,50 Euro, Barclays 5,00 Euro. Damit reicht die Einordnung von deutlichem Aufwärtspotenzial bis zu kaum noch vorhandener Luft.
Hinzu kommt die operative Hoffnung auf die zweite Jahreshälfte. TeamViewer erwartet dann ein schnelleres ARR-Wachstum, weil Belastungen im SMB-Geschäft nachlassen sollen. Parallel dazu treibt der Konzern KI-Funktionen für Remote-Assistance-Videocalls voran und arbeitet dabei auch mit Microsoft zusammen.
Am Ende bleibt ein klarer Befund: TeamViewer ist nicht teuer, aber auch kein Selbstläufer. Am 5. Juni notierte die Aktie bei 5,99 Euro, bei einer 30-Tage-Performance von 10,42 Prozent und einer hohen Volatilität von 53,11 Prozent. Der nächste konkrete Prüfstein kommt mit den Zahlen für das dritte Quartal 2026.
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