Telecom Italia lässt die Penny-Stock-Ära hinter sich. Nach einem umfassenden Konzernumbau markiert die Aktie ein neues Jahreshoch. Der italienische Telekommunikationsriese hat seine finanzielle Basis grundlegend saniert und damit das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen.

Kapitalstruktur grundlegend bereinigt

Der Konzern schloss Mitte Juni einen dreistufigen Kapitalumbau ab. Kernstück war ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 10. Das Grundkapital sank dabei auf 6 Milliarden Euro.

Die rechtliche und finanzielle Umsetzung stützten spezialisierte Berater. Damit ist der Weg frei für eine neue Bewertung am Kapitalmarkt. Dieser Schritt markiert den Abschluss einer mehrjährigen Sanierungsphase, die das Unternehmen finanziell deutlich schlanker aufstellt.

Die Börse reagiert positiv auf die neue Struktur. Am 17. Juni stiegen die in den USA gehandelten Hinterlegungsscheine (ADRs) um fast zehn Prozent. Mit 10,49 US-Dollar markierte der Kurs ein neues Jahreshoch.

Charttechnik und Analysten-Echo

Das aktuelle Analystenvotum spiegelt ein moderates Kaufinteresse wider. Während zwei Experten zum Einstieg raten, plädieren zwei weitere für ein Halten der Position. Die Deutsche Bank bleibt bei ihrer neutralen Einschätzung.

Charttechnisch zeigt der Trend nach oben. Das Papier notiert deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,24 Dollar. Parallel dazu liegt auch die kurzfristige 50-Tage-Linie bei 8,25 Dollar weit unter dem aktuellen Kurs.

Strategie für den Mobilfunkmarkt

Operativ setzt das Unternehmen auf eine verstärkte Kundenbindung. Unter dem Namen „Giga & Music“ startete eine neue Werbeaktion für den Sommer. Kunden erhalten dabei zusätzliches 5G-Datenvolumen und Zugang zu Streaming-Diensten ohne Aufpreis.

Damit will Telecom Italia die Nutzerzahlen in einem harten Wettbewerbsumfeld stabilisieren. Der Fokus liegt darauf, den Wert pro Kunde durch attraktive Service-Pakete zu steigern.

Die Entschuldung und Straffung des Kapitals sind nun abgeschlossen. Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt aktuell bei 0,61. Für den Konzern beginnt jetzt die Phase, in der sich die neue Effizienz im operativen Geschäft beweisen muss.