Telenor kämpft mit einem gespaltenen Geschäftsbild. Während die Heimatmärkte in Skandinavien wachsen, belasten politische Krisen und Währungsverluste das Asiengeschäft. Die Folge: Der Aktienkurs brach nach Bekanntgabe der Zahlen um über acht Prozent ein.

Einmaleffekte verzerren das Ergebnis

Im ersten Quartal 2026 erzielte der norwegische Konzern einen Dienstleistungsumsatz von 14,8 Milliarden Kronen. Das entspricht einem organischen Plus von 1,6 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg parallel dazu um 3,1 Prozent auf acht Milliarden Kronen.

Der Nettogewinn von 8,21 Milliarden Kronen wirkt auf den ersten Blick gewaltig. Dieser Sprung resultiert jedoch primär aus einem Anteilsverkauf in Thailand. Telenor veräußerte Papiere der True Corporation und verbuchte einen Gewinn von über 12 Milliarden Kronen.

Dem steht eine hohe Abschreibung gegenüber. Die Beteiligung an CelcomDigi in Malaysia kostete den Konzern acht Milliarden Kronen. Besonders in Bangladesch leidet das Geschäft unter der schwachen Kaufkraft und dem Währungsverfall. Die Landeswährung Taka verlor zwölf Prozent gegenüber der Norwegischen Krone.

Ausblick und Rückkäufe

Die Schwäche in Asien zwingt das Management zur Korrektur. Telenor senkte die Prognose für das organische EBITDA-Wachstum im laufenden Jahr. Der Konzern verweist dabei auf schwierige Bedingungen in Finnland und Bangladesch. Dennoch hält der Vorstand an seinen langfristigen Zielen fest.

Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm soll die Aktionäre bei der Stange halten. Über drei Jahre will das Unternehmen insgesamt 15 Milliarden Kronen investieren. Die Hauptversammlung im Mai muss diesem Vorhaben noch zustimmen.

Finanzvorstand Torbjørn Wist nutzt das niedrigere Kursniveau für einen Zukauf. Er erwarb unmittelbar nach Veröffentlichung der Quartalszahlen 1.500 Aktien. Sein privates Portfolio umfasst damit nun über 30.000 Anteile am Unternehmen. Die digitale Hauptversammlung im Mai wird zeigen, ob die Aktionäre den Kurs des Vorstands mittragen.